Jagdgesetz: Verband will als Verein weitermachen. Der burgenländische Jagdverband macht weiter gegen das kürzlich beschlossene neue Jagdgesetz mobil. Dieses sieht die Abschaffung des Verbands per 31. Dezember 2022 vor, weshalb er als Verein weitergeführt werden soll, kündigte Landesjägermeister Roman Leitner bei einer Pressekonferenz am Dienstag an. In Vorbereitung sei außerdem eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 23. März 2021 (10:49)
Landesjägermeister Roman Leitner (l.) und Vorstandsmitglied Herbert Pfeiffer kritisierten einmal mehr das Jagdgesetz.
 
Wolfgang Millendorfer

Leitner zeigte sich über die Vorgangsweise der Landesregierung zum Beschluss des umstrittenen Jagdgesetzes verärgert und sprach insgesamt von einem "diktatorischen Vorgehen". Die vom Verein gegen Tierfabriken initiierte Volksabstimmung hätte trotz des schlussendlich präsentierten Verbots der Gatterjagd durchgeführt werden sollen, denn die Forderungen seien nur teilweise erfüllt worden: "Es war nicht rechtens, die Volksabstimmung abzublasen."

Abgelehnt wird auch die Absicht, die bis jetzt vom Verband ehrenamtlich erledigten hoheitlichen Aufgaben an die "jetzt schon überlasteten" Bezirkshauptmannschaften zu übertragen, so der Landesjägermeister. Er schätzt, dass sich der Arbeitsaufwand auf 500.000 Euro beläuft und gibt zu bedenken: "Das zahlt künftig der Steuerzahler." Die derzeit demokratisch gewählten Bezirks- und Landesjägermeister würden abgeschafft und durch einen Beamten ersetzt.

Der Verband muss per 31. Dezember 2022 seine Tore schließen, dabei habe der dieser und auch die Zusammenarbeit mit dem Land 70 Jahre lang gut funktioniert. Leitner erklärt sich dies nur mit "Hass gegenüber Jägern" und einer "Trotzaktion", da in der Jägerschaft 7.500 Unterschriften gegen die Änderungen gesammelt wurden. Die Unterschriftenaktion richtete sich unter anderem gegen die zunächst geplante "exorbitante Erhöhung" der Jagdabgabe, erklärte der Landesjägermeister. Die Erhöhung fiel moderater aus, der Verband werde jedoch aufgelöst.

"Aber wir geben nicht auf", kündigte Leitner eine Beschwerde beim VfGH und als Plan B die Gründung eines Vereins an, der die Interessen der Jäger künftig vertreten soll. Der Verband zählt derzeit rund 7.500 Mitglieder, ein Drittel davon ist in anderen Bundesländern oder im Ausland wohnhaft. Ihnen soll eine Mitgliedschaft im Verein angeboten werden: "Wir hoffen auf möglichst viele. Die Rückmeldungen sind positiv." Der Vereinsname werde mit der Gründung in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Die Nachfolgeorganisation soll etwa Mitglied bei Jagd Österreich sein, sich um die Ausbildung und Kurse kümmern und umfassenden Versicherungsschutz anbieten. Auch die Verbandszeitung werde weitergeführt.