SPÖ wirbt mit Ex-LBL-Mann Hutter um Unabhängige. Die SPÖ hat im Vorfeld der Landtagswahl dem vom Bündnis Liste Burgenland in den SPÖ-Klub gewechselten Landtagsabgeordneten Gerhard Hutter eine besondere Aufgabe zugedacht: Hutter, seit 18 Jahren mit einer Bürgerliste Ortschef in Bad Sauerbrunn, soll "als Signal für die Freien Listen, Unabhängige und Bürgerinitiativen im Landtag" fungieren, sagte SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst am Dienstag.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 14. Januar 2020 (12:35)
Landtagsabgeordneter Gerhard Hutter und SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst.
Gollubics

Hutter solle in Zukunft als unabhängiger Kandidat auf der Liste Doskozil - SPÖ "Bindeglied und Ansprechperson sein", so Fürst. Dieses Signal so kurz vor der Wahl noch einmal zu setzen, sei deshalb wichtig, "weil das Bündnis Liste Burgenland ja eigentlich nur mehr eine Liste Kölly ist, die eigentlich ein Sammelsurium und ein Auffangbecken von frustrierten, hinausgeschmissenen oder ausgetretenen FPÖ-Funktionären ist, die ja mit Unabhängigkeit nichts mehr zu tun hat. Da geht es ja nur mehr um ein Auffangbecken von politischen Glücksrittern."

Insofern sei das ein Signal für alle, die bei der Landtagswahl für Unabhängigkeit seien, dass sie eine Möglichkeit hätten, sich sinnvoll an der Wahl zu beteiligen. Hutter sei dann als Ansprechperson derjenige, der ihre Interessen in den Landtag hineintrage.

Mit LBL-Mitbegründer Manfred Kölly habe er 2010 gemeinsam die Liste Burgenland gegründet, die 2015 beim Zusammenschluss mit dem Team Stronach vor der Wahl zum Bündnis Liste Burgenland geworden sei, schilderte Hutter. In der Zeit der Arbeit im Landtag habe sich die Situation im Hinblick auf das Bündnis jedoch in eine Richtung entwickelt, die ihm "absolut nicht gepasst" habe. Schließlich habe er nicht mehr mitmachen wollen.

"Eingekauft" - mit Worten, mit Argumenten und Visionen

Mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) habe er sich schon sehr gut verstanden, als dieser noch Büroleiter bei Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) gewesen sei. Er habe Doskozil auch im Nationalratswahlkampf unterstützt.

Den möglichen Einwand, "eingekauft" worden zu sein, konterte Hutter mit einem Augenzwinkern - "ja, das stimmt, ich wurde eingekauft - aber nicht mit Geld und mit materiellen Sachen, sondern mit Worten, mit Argumenten und Visionen". Er finde "den Weg sehr gut, der hier beschritten wird", lobte der Ex-LBL-Mandatar den politischen Kurs Doskozils.

Mit Hutter zu werben, sei "keine Finte vor einer Wahl", sondern "die Einladung, so ein bisschen analog der 1970er-Jahre, eine breite Bewegung im Burgenland zu bringen, dass viele ein Stück des Weges mitgehen".