Seniorenbund-Chef Korbatits: „Ich unterstütze Steiner“. Seniorenbund-Landesobmann und Ex-ÖVP-Politiker Kurt Korbatits zum Thema Pflege, „seinen“ Landtagswahl-Spitzenkandidaten Thomas Steiner sowie seine Nachfolge.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 15. Mai 2019 (06:44)
BVZ
Seniorenbund-Landesobmann Kurt Korbatits: „Wenn die ÖVP in der Regierung sitzt, auch mit kleinem Aufgabengebiet, ist man kein Außenseiter.“

BVZ: Wie geht’s dem Seniorenbund im Burgenland?

Kurt Korbatits: Gut! Wir haben 10.700 Mitglieder, in allen Bezirken funktionierende Organisationen und insgesamt 162 Ortsgruppen. Wir haben auch viele Damen, die sich als Obfrauen engagieren.

Das Thema Pflege ist ja gerade für Senioren wichtig: Was sind die konkreten Forderungen des Seniorenbundes?

Das ist Thema Nummer 1 bei uns, da die Senioren älter werden. Die Pflege in den Familien schwindet, daher drängen Senioren in Pflegeheime. Aus unserer Sicht sollten die einzelnen Pflegestufen erhöht werden, um Familien den Anreiz zu geben, dass diese die Pflege übernehmen.

„Man wird im Alter schon toleranter“

Sie sind ja nach wie vor mit Leib und Seele dabei. Bleiben Sie bis 2021 aktiv?

Ja, ich wurde bis dahin gewählt, danach werde ich tatsächlich in Pension gehen.

Wen wünschen Sie sich als Nachfolger?

Mein Wunschkandidat wäre Präsident Rudolf Strommer, der seit 2003 Landesobmann-Stellvertreter ist. Entscheiden werden das letztlich die Gremien im Seniorenbund.

Wenn man über die Parteigrenzen hinwegsieht – wird man im Alter ein bisschen toleranter?

Man wird schon toleranter. Ich hatte aufgrund meiner politischen Aktivität einen anderen Zugang, aber es ist schon schwieriger heutzutage.

Wie schätzen Sie die Lage der ÖVP ein – sind Sie mit dem Bund mehr zufrieden als mit dem Land?

Ja schon, weil ja Sebastian Kurz Bundeskanzler ist. Man sieht, dass die Zusammenarbeit zwischen ÖVP und FPÖ gut funktioniert. Umgekehrt im Burgenland betont auch die SPÖ, mit der FPÖ gut zusammenzuarbeiten und nicht zu streiten. Unsere Leute sind aber in jedem Fall bereit, bei der Landtagswahl alles zu geben.

Wie gefällt Ihnen die ÖVP in der Oppositionsrolle?

Thomas Steiner macht seine Aufgabe hervorragend.

Soll Thomas Steiner Spitzenkandidat im Burgenland werden?

Ja, und ich werde ihn auch unterstützen.

Es ist zweifelsohne nicht einfach, sich aus der Opposition heraus in Szene zu setzen

Wird die ÖVP vor der SPÖ im Burgenland die EU-Wahl für sich entscheiden und wird es Christian Sagartz ins EU-Parlament schaffen?

Ich glaube, dass die ÖVP vor der SPÖ liegen wird. Für Sagartz sind die Chancen da, die Vorzugsstimmen des Seniorenbundes wird er bekommen.

Soll die ÖVP danach trachten, wieder in die Regierung zu kommen oder lieber in der Opposition weiterarbeiten?

Es wäre gut und notwendig, wenn die ÖVP wieder in der Regierung wäre. Es ist zweifelsohne nicht einfach, sich aus der Opposition heraus in Szene zu setzen, – dazu ist der Wahlkampf da, um konturenreicher aufzutreten.

Würde die ÖVP wieder in die Regierung kommen und wäre Thomas Steiner Spitzenkandidat – was würden Sie ihm raten?

Sollte Steiner als Landeshauptmann-Stellvertreter in die Regierung kommen, wird er nicht umhinkommen, den Bürgermeister abzugeben. Ich würde ihm auch dazu raten.

Kann man die FPÖ auf Bundes- und Landesebene trennen?

Kurz hat es bestens verstanden, mit Strache gut zusammenzuarbeiten. Es könnte durchaus ein Schritt sein, dass ÖVP und SPÖ nach fünf Jahren wieder gut und ohne Streit zusammenarbeiten.

Was halten Sie vom neuen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil?

Er ist ein sehr überlegter Politiker und muss als neuer Landeshauptmann seine Konturen setzen, daher „prescht“ er in gewissen Dingen vor.

Haben Sie das Mitterlehner-Buch gelesen?

Nein, das hätte er sich sparen können! Kurz ist sehr bemüht, positive Politik zu machen.

Interview: Markus Stefanitsch