Jennersdorfer Amtsärztin als Anti-Corona-Rednerin. Die für Jennersdorf zuständige Amtsärztin Alexandra Koller, war am vergangenen Sonntag Teilnehmerin und Rednerin bei einer Informationsveranstaltung gegen Corona-Maßnahmen in Oberwart. Ein Video vom Auftritt wurde der BVZ zugespielt. Dort sprach sie von einem „Lügenkonstrukt“, einer „Gesundheitsdiktatur“ und von bewussten Krankmachungen und Versorgung mit Funkstrahlen. Wie passt diese Meinung zu ihrer Zuständigkeit für das Impfwesen und dem medizinischen Krisenmanagement im Bezirk?

Von David Marousek. Erstellt am 20. Januar 2021 (10:57)
Die Jennersdorfer Amtsärztin Alexandra Koller (li.) trat schon bei mehreren Corona-Demos, bei denen sich Maßnahmen-Kritiker mit Corona-Leugner mit Rechtsradikalen mischen, auf.
Screenshot Youtube

Rund 250 Kritiker der Corona-Maßnahmen fanden sich am vergangenen Sonntag vor dem Oberwarter Rathaus ein. Die Demonstration lief laut Polizei friedlich ab, Zwischenfälle habe es keine gegeben. Bei dieser Protestaktion trat auch die Jennersdorfer Amtsärztin Alexandra Koller auf.

Auf der Videoplattform „Youtube“ fand sich eine Aufnahme der fast acht Minuten langen Rede der Medizinerin. Mittlerweile wurde das Video auf "privat" gestellt, die Redaktion besitzt jedoch eine Aufnahme. In ihrem Auftritt spricht sie von einem „Ende der Pharma“ und einem „Ende der Lügenkonstrukte auf der ganzen Welt“.

Die Amtsärztin bestätigte den Besuch der Veranstaltung gegenüber der BVZ, sei aber spontan auf die Bühne getreten: „Ja ich war dort, habe mich aber spontan entschlossen ein paar Worte zu sagen. Ich wollte es mir eigentlich nur anhören. Ich habe aber an diesem Vormittag viele Meldungen bekommen aus dem Ausland bezüglich der Impfungen.“ Bereits Ende August trat Alexandra Koller als zugesagte Rednerin bei einer Corona-Demo am Karlsplatz in Wien auf.

„Unsere Alten werden mit experimentellen Wirkstoffen erledigt“

Die Anschuldigungen im Video gehen jedoch weiter. „Unter dem Deckmantel der Gesundheit versucht man uns krank zu machen und mit Funkstrahlung zu versorgen, die seines gleichen sucht“ und von einer „Gesundheitsdiktatur“ wird gesprochen. Personen in Pflege- und Altenheimen würden mit experimentellen Wirkstoffen „erledigt“ werden. Sie habe auch im heimischen Pflegeheim angerufen und dort gebeten, dass bereits Covid-Erkrankte Personen nicht geimpft werden und Impfaufklärung betrieben wird

. Die Amtsärztin geht aber sogar noch weiter: „Wir haben eine weltweite Heilungsquote von 99 Prozent. Ich finde ein Impfstoff ist da nicht unbedingt erforderlich aus ärztlicher Sicht.“ Bis jetzt habe sie noch keinen MRNA-Impfstoff verabreicht. Konfliktpotenzial mit ihrer Tätigkeit als Amtsärztin sehe sie keine. Auch wenn sie laut Auflagen für das Impfwesen und das medizinische Krisenmanagement zuständig ist.