Burgenland will bis Ende Juni 45 Prozent impfen. Das Land Burgenland will bis zum Ende des zweiten Quartals 45 Prozent der Bevölkerung durchgeimpft haben. Bis Ende Juni können voraussichtlich noch 113.179 Menschen geimpft werden, teilte Landesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 05. März 2021 (15:13)
Landesrat Dr. Leonhard Schneemann präsentiert den weiteren Impfplan.
Bgld. Landesmedienservice

Bei den Über-80-Jährigen sei man schon relativ weit vorangeschritten. In der kommenden Woche sollten nahezu alle, die sich angemeldet haben, auch geimpft worden sein, so Schneemann.

Aktuell liege die Durchimpfungsrate bei 6,1 Prozent. In den kommenden acht Tagen könne man noch einmal rund 10.000 Menschen impfen. Bis dato seien 22.000 Impfdosen ins Burgenland geliefert worden, mit denen man 23.000 Impfungen durchgeführt habe. "Wenn man sehr behutsam mit den Impffläschchen umgeht, schafft man es, mehr als die vorgegebenen sechs Impfdosen herauszuziehen", sagte Schneemann, der nun den Bund in der Pflicht sieht, bei der Lieferung von Impfstoff "einen Zahn zuzulegen".

Symbolbild
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Die Infrastruktur funktioniere bisher gut. Man habe die Kapazitäten, pro Monat bis zu 100.000 Menschen und damit in zwei bis drei Monaten die gesamte Bevölkerung zu impfen, erläuterte Schneemann. Außerdem habe man 66 Impfärzte. Hinzukommen werden nun auch sechs mobile Impfteams, die die bettlägerige Bevölkerung impfen sollen.

Dass AstraZeneca vom Nationalen Impfgremium jetzt auch für Über-65-Jährige empfohlen werde, ändere am Impfplan wenig. "Es ist dadurch nicht mehr Impfstoff da", sagte Schneemann. Dafür könne man aber bei den älteren Menschen und Risikopersonen wohl etwas schneller impfen, weil man nun auch diesen Impfstoff für sie zur Verfügung habe.

Bei den Coronazahlen sah Schneemann eine positive Entwicklung im Bezirk Jennersdorf. Nachdem dieser Mitte Februar eine der höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen aufgewiesen hatte, liege man nun mit 292 eher im Mittelfeld. Er gehe deshalb nicht davon aus, dass im Burgenland eine Region abgeriegelt werden könnte - "aber man muss mit allem rechnen in dieser Zeit", sagte Schneemann.

Die ÖVP Burgenland kritisierte am Freitag, dass die Testkapazitäten in den Impf- und Testzentren (BITZ) zurückgefahren werden. "Das ist eine gesundheitspolitische Schnapsidee", betonte Klubobmann Markus Ulram. Schneemann meinte dazu, dass mit der Reduktion der Teststraßen lediglich auf den Andrang reagiert werde. Nach dem Ansturm zu Beginn der Eintrittstests bei körpernahen Dienstleistungen habe man die Kapazitäten ausgeweitet. "Wir haben viele Kapazitäten geschaffen, die jetzt nicht mehr in dieser Größenordnung nötig sind", betonte Schneemann.

Wie die ÖVP kritisierte auch NEOS-Landessprecher Eduard Posch den Impfplan und sprach von einem "Impfchaos". Die Reihung sei "komplett undurchsichtig und fraglich", die Organisation chaotisch.