So will das Burgenland zu Dänemark werden

80-prozentige Impfquote in Reichweite, Experten in den Startlöchern: Bald könnte über Lockerungen verhandelt werden.

Erstellt am 07. Oktober 2021 | 05:23
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Feiern ohne Sorgen. Schon in den vergangenen Monaten war vieles wieder möglich (im Bild: Fest zur Segnung des S7-Tunnelfahrzeugs in Rudersdorf). Mit hoher Impfquote könnte es auch dabei bleiben.
Foto: David Marousek

Auf der Corona-Ampel leuchtete das Burgenland zuletzt als einziges Bundesland gelb-grün, geringes Risiko also, Infektions- und Spitalszahlen auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Das komme nicht von ungefähr, sagen auch Mediziner, sondern auch von der bundesweit höchsten Impfquote.

Kommen noch knapp 4.000 Corona-Impfungen dazu (Stand Mittwoch), gibt es nicht nur eine Lotterie, sondern auch Lockerungen. Das zumindest stellten Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Co. bereits vor Wochen in Aussicht. Eine gänzliche Aufhebung aller Corona-Maßnahmen nach dem Vorbild Dänemarks, wie zuletzt kolportiert, ist aber noch nicht spruchreif und wird im Landeshauptmann-Büro so auch nicht bestätigt. Dass man mit bundesweit anerkannten Experten in Gesprächen sei und ab einer Impfquote von 80 Prozent (der impfbaren Bevölkerung) mit dem Bund in Verhandlung treten werde, ist aber fix.

„Nicht mit Verschärfungen drohen, sondern Anreize setzen“, gab Doskozil schon bei Verkündigung der Impflotterie (ab 10.000 Stichen bis 11. November) das Motto aus.

„Ich glaube sogar, dass wir noch mehr schaffen werden“, gibt sich Impf-Berater Herbert Weltler optimistisch. Und: „Es gab nicht nur Anreize, es wurde auch alles organisiert. Das Land hat im Gegensatz zur Bundesregierung keine Sommerpause gemacht“, sagt Weltler. Spannend wird eine Verhandlung mit dem Bund allemal, denn gegen die Impfquote und mögliche Lockerungen gab es bislang auch keine nennenswerten Gegenstimmen der Landes-ÖVP.

Bei den Hausärzten laufen nun auch bereits die Dritt-Stiche an, gibt Kammer-Vize Michael Schriefl Ausblick in den Herbst; auch freie Impftermine können in den Ordinationen in Eigenregie angeboten werden.

Wozu sowohl Weltler als auch Schriefl raten: Man sollte auch an die Grippe-Impfung denken, denn die Influenza könnte im Winter ein neues Thema sein.