Das Duo an der „Impf-Front“. Impfkoordinator Markus Halwax und sein Berater Herbert Weltler arbeiten im Akkord. Im BVZ-Gespräch beantworten sie die Fragen zur Covid-Impfung.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 22. April 2021 (05:55)
Organisation und Medizin. Koordinator Markus Halwax (l.) ist mit Herbert Weltler als medizinischem Berater im Einsatz. 
Landesmedienservice

Es ist ein sogenannter 24/7-Job, den Markus Halwax vor einigen Wochen angetreten ist. Also quasi rund um die Uhr ist der Leiter der Landessicherheitszentrale mit der Koordination der Covid-Impfungen im Burgenland beschäftigt. An seiner Seite steht Herbert Weltler als medizinischer Berater. Die gute Zusammenarbeit im Koordinationsstab, in den Impf- und Testzentren sowie mit Ärztinnen und Ärzten unterstreichen beide.

Die alles entscheidende Frage, bis wann denn alle Burgenländerinnen und Burgenländer, die eine Impfung wollen, diese auch erhalten werden, ist so einfach nicht zu beantworten – die Hoffnung auf einen weiteren „Schub“ besteht aber: „Wenn es, wie angekündigt, im zweiten Quartal deutlich mehr Impfstofflieferungen gibt, wird es auch mehr Impfungen geben können“, sagt Halwax. „Das Land Burgenland ist organisatorisch dafür auf jeden Fall vorbereitet und stockt die Anzahl seiner Impfzentren auf.“ Und: „Bis voraussichtlich Ende April sollten – wenn alle bestellten Impfstoffkontingente eintreffen – zumindest alle Über-65-Jährigen, die das wollen, ihre erste Impfdosis erhalten haben.“ Die Priorisierung, die immer wieder auch für Fragen sorgte, wird strikt nach den Vorgaben des Nationalen Impfgremiums eingehalten; diese jedoch wurden bereits mehrmals adaptiert.

Technik verhindert Anmeldungs-Tricks

Ein Vordrängen durch „Tricksereien“ ist im Burgenland allein von technischer Seite nicht möglich: Über das elektronische Vormerksystem (online unter burgenland.at/coronavirus) ist jede Anmeldung mit Adresse registriert. Möglich ist laut Halwax, sich im Rahmen seiner Arbeitsstätte in einem anderen Bundesland impfen zu lassen. Sich auf „eigene Faust“ bei Impf-Ärzten auf eine Warteliste für übrig gebliebene Dosen setzen zu lassen, ist im Burgenland nicht möglich. Die Wartelisten werden entsprechend der Priorisierung und wenn man dies angekreuzt hat ebenso über das Vormerksystem koordiniert.

Illustration: YulaYula/Shuttertstock.com; NÖN-Grafik: Hammerl

Von medizinischer Seite stellt Herbert Weltler den aktuell in der EU zugelassenen Impfstoffen ein gutes Zeugnis aus. Auf die immer wiederkehrenden Bedenken gegenüber AstraZeneca rechnet Weltler vor: „Die Gefahr, durch die Impfung eine Thrombose zu erleiden, liegt bei eins zu 100.000 – bei einer Covid-Erkrankung liegt die Gefahr einer Embolie bei 30 Prozent.“ Verweigert man beim Termin einen Impfstoff, bedeutet dies nicht, dass man automatisch einen anderen bekommt, sondern man wird neu gereiht.

Beruhigen kann Weltler, was die Wirksamkeit der Vakzine angeht: „Der Impfstoff wirkt nach rund vierzehn Tagen. Man kann sich dann zwar noch immer infizieren und das Virus unter Umständen auch weitergeben, aber das Immunsystem ist auf das Eindringen vorbereitet.“

Die Wirksamkeit sei auch im Fall der bislang bekannten Mutationen gegeben. Man könne davon ausgehen, dass schon an Vakzinen für den Herbst geforscht und auf weitere Mutationen Antworten gefunden werden, so Weltler. Auf die Frage, ob es künftig die saisonale Covid-Impfung geben wird, meint der Mediziner, das könne er sich durchaus vorstellen. „Man weiß eben nicht, wie sich das Virus entwickelt. Es kann sein, dass es durch Mutationen schwächer wird und zum Beispiel einem Schnupfen gleichkommt. Es könnte genauso gut aber auch aggressiver werden.“