Die „vergessenen“ Kindergärten. Burgenlands Kindergartenpädagogen fühlen sich von der Bundesregierung im Stich gelassen.

Von Carina Fenz. Erstellt am 28. Januar 2021 (05:34)
Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz, Landesrätin Daniela Winkler und Herwig Wallner, Direktor der BAfEP Oberwart (v.l.).
 
zVg./BVZ

Nahezu volle Gruppen trotz Lockdowns, das Fehlen von bundesweit einheitlichen Impfplänen und Teststrategien und Engpässe bei Schutzmaterial: Rund um den Tag der Elementarpädagogik in der Vorwoche hat es seitens des Kindergartenpersonals vor allem in der Bundeshauptstadt Proteste gegeben.

Auch in Burgenlands Kindergärten ist nicht alles so eitel Wonne, wie es scheint. Doris Handler, Leiterin des Kindergarten Hochstraße in Mattersburg, und Gewerkschaftsvorsitzende der Kindergärtnerinnen, bringt es auf den Punkt: „Seitens der Bundespolitik werden wir auf jeden Fall vergessen. Wir haben zwar Empfehlungen, es gibt aber keine Vorschriften. Im zweiten Lockdown haben wir ein Hygienehandbuch bekommen, in Wirklichkeit hat bis dahin aber schon jeder Kindergarten sein eigenes Hygienekonzept erarbeiten“. Die Testkits sollen, so Handler, Anfang Feber in den Kindergärten verteilt werden. Hinsichtlich des Impfplans meint Handler: „Im Burgenland sind Kindergartenpädagoginnen zum Glück in die Impfphase 2. vorgezogen worden.“

Auf BVZ-Anfrage bei der zuständigen Kindergarteninspektorin Gerda Konrath verwies man auf Landesrätin Daniela Winkler. Aus ihrem Büro heißt es, dass von den rund 11.000 Kindern, die zur Betreuung in den Kindergärten und Kinderkrippen gemeldet sind, im Durchschnitt zwei Drittel vor Ort betreut werden. Viele Eltern seien froh darüber, dass es während des Lockdowns in den Kindergärten und Kinderkrippen die Betreuungsmöglichkeit gibt.

Nur Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen in Betreuung zu schicken, wie es im ersten Lockdown der Fall war, wäre für Winkler keine Option. „Mittel- und langfristig bedarf es vieler unterschiedlicher Bereiche, damit unser Alltag funktioniert. Darüber hinaus ist der Bedarf an Kinderbetreuung nicht nur davon abhängig. Es können auch private Faktoren wie die familiäre Situation einen solchen begründen“.