Doskozil forciert Lockerungen im Burgenland

Das Burgenland dürfte das Ziel, eine Impfquote von 80 Prozent bei der impfbaren Bevölkerung bis 11. November, erreichen und dann nicht nur wie angekündigt die Impflotterie ausspielen, sondern auch Lockerungsschritte setzen.

Erstellt am 15. Oktober 2021 | 10:54
Hans Peter Doskozil
Foto: Manfred Weis

Wie diese genau aussehen, ist noch offen, man werde sich mit Experten des Bundes absprechen, erklärte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Freitag bei einer Pressekonferenz in Oberwart. Dabei wurde Bilanz über den Einsatz in den BITZ gezogen.

Ende des Sommers sei noch intensiv über die vierte Infektionswelle diskutiert worden, im Burgenland gebe es aber derzeit keine Coronapatienten auf der Intensivstation. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir eine positive Bilanz ziehen", der im Burgenland eingeschlagene Weg funktioniere, die Maßnahmen werden von der Bevölkerung mitgetragen, so Doskozil.

Für das Ziel, bis zum Landesfeiertag am 11. November 10.000 zusätzliche Impfungen zu erreichen, fehlen aktuell noch rund 2.400 Stiche. "Wir werden das Ziel jedenfalls erreichen und die Lotterie wird stattfinden", betonte Doskozil. Was danach im Burgenland umgesetzt wird, soll mit Experten des Bundes diskutiert werden. Er meinte jedoch, dass Lockerungsschritte in Etappen kommen könnten und über die Maskenpflicht zu reden sei. "Wir wollen spürbare Lockerungen realisieren. Die Zahlen geben uns Recht und zeigen, dass der Weg richtig war. Die Menschen müssen auch spüren, dass sie das Richtige gemacht haben." Neben dem Impfen sei das Testen der zweite wichtige Faktor, denn es gebe Impfdurchbrüche und auch vollständig Immunisierte können sich selbst und andere mit Corona anstecken.

Was den Corona-Bonus des Bundes betrifft, der nun im Dezember ausbezahlt werden soll, meinte der Landeshauptmann, er habe davon aus den Medien erfahren. Das Burgenland habe früher reagiert und jenen, die in Spitälern täglich in Kontakt mit Corona-Kranken kommen, bereits Zulagen ausgezahlt. Dies sei eine Wertschätzung für eine Personengruppe, die mit höherem Risiko konfrontiert sei.

Die sieben burgenländischen Impf- und Testzentren (BITZ) wurden per 30. September geschlossen und von neuen Impf- und Testangeboten abgelöst. Der Landeshauptmann bedankte sich im Rahmen der PK beim Bundesheer, dem Samariterbund und dem Roten Kreuz sowie der Soziale Dienste Burgenland GmbH, die an der Umsetzung beteiligt waren. Seit der Inbetriebnahme im Jänner 2021 wurden dort über eine Million Antigen-Schnelltests und rund 38.000 PCR-Tests durchgeführt. Fast 153.000 Covid-19-Schutzimpfungen wurden verabreicht. An manchen Tagen wurden mehr als 7.000 Personen getestet und an jedem Impfwochenende bis zu 8.000 geimpft. Das Rote Kreuz berichtete etwa von 85.000 Arbeitsstunden, das Bundesheer von 115.000 Personenstunden. Auch transportierten die Soldaten 540.000 Testkits an die Einsatzorte.

Im Oktober finden nun an allen Bezirkshauptmannschaften Impfsonntage ohne Anmeldung statt (17., 24. und 31.), dort gibt es auch Impftage für Auffrischungsimpfungen ohne Anmeldungen. Im November wird in Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion außerdem an Schulen geimpft, durch Ärzte oder die mobilen Impfteams.