Schnelltests für Besucher in Pflegeheimen im Burgenland. Im Burgenland sind am Mittwoch die Corona-Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. In Alters- und Pflegeheimen sowie in den Spitälern müssen Besucher ab dem morgigen Donnerstag einen Antigen-Schnelltest machen. Dieser werde am Eingang angeboten und innerhalb von rund 20 Minuten ausgewertet, teilte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) bei einer Pressekonferenz mit. Außerdem werde das Contact Tracing zentralisiert, um die Bezirkshauptmannschaften zu entlasten.

. Erstellt am 28. Oktober 2020 (11:09)
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil Landesrat Leonhard Schneemann (v.l.).
 
Wolfgang Millendorfer

Der Schnelltest koste fünf Euro. Danach sei es möglich, Angehörige in Pflegeheimen einmal in der Woche für eine Stunde zu besuchen. Als Alternative dazu könne der Kontakt auch in einem speziellen Raum, in dem die Personen durch Glas voneinander getrennt seien, erfolgen, so Doskozil. Die Regelung mit Schnelltests gelte auch für die Spitäler, ausgenommen seien Ambulanzpatienten. Anfang November werde es zudem ein Screening in Pflegeheimen und Spitälern geben, kündigte Soziallandesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) an.

Mit den neuen Maßnahmen, die bis auf Weiteres gelten, wolle man auf den Cluster mit 54 Coronavirus-Fällen in einem Pflegeheim in Pinkafeld, aber auch auf die generell "besorgniserregenden Zahlen" reagieren, so Doskozil. "Ich kann, das sage ich ganz ehrlich, nicht garantieren, welche Maßnahmen wir nächste oder übernächste Woche verkünden werden", betonte er.

Das Contact Tracing soll im Burgenland bis Mitte November zentralisiert und mit einem IT-System unterstützt werden, um die Arbeit für die Bezirkshauptmannschaften zu erleichtern. Außerdem werde er 15 Soldaten des Bundesheeres im Rahmen eines Assistenzeinsatzes für das Contact Tracing anfordern, sagte Doskozil.

Der Landeshauptmann appellierte an die Bevölkerung, in der Coronakrise das Persönliche dem Gemeinwohl unterzuordnen. Im Burgenland seien derzeit noch 16 der 52 Intensivbetten frei. "Es darf kein einziger Geburtstag, keine einzige private Feier so wichtig sein, dass man die Gefahr in Kauf nimmt, dass am Ende des Tages möglicherweise für einen Patienten ein Intensivbett nicht mehr zur Verfügung steht", betonte Doskozil.

Personal und Normalbetten gebe es derzeit genug, eine Verschiebung von Operationen werde deshalb aktuell nicht angedacht. "Ich schließe aber nicht aus, dass das in ein bis zwei Wochen der Fall sein kann", sagte der Landeshauptmann. Kontrollen im Privatbereich, wie vom steirischen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) gefordert, lehne er ab. "Ich bin der Meinung, dass wir auch in dieser Situation die Polizei im Wohnzimmer nicht brauchen", betonte Doskozil.