Mehr Tempo bei Impfungen und Tests. Das Land will beim Testen und Impfen mehr Tempo machen. Der Plan: größerer Schub an Impfungen noch im Februar.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 11. Februar 2021 (10:04)
Schulterschluss trotz parteipolitischer Untertöne. Städtebund-Obfrau Ingrid Salamon, GVV-Präsident Erich Trummer, Gemeindebund-Präsident Leo Radaktovits, Landesrat Leonhard Schneemann (v.l.).  
Millendorfer

Die politischen Kommentare zum Ansturm auf die Coronatests konnte selbst ein gemeinsamer Auftritt der SPÖ-Riege mit dem türkisen Gemeindebund-Chef (siehe Foto unten) nicht übertönen. Die ÖVP sprach von einem „Testchaos“, die SPÖ verwies auf die kurze Vorbereitungszeit seitens des Bundes.

Neben ÖVP-Klubchef Markus Ulram kritisierte auch Eisenstadts VP-Bürgermeister Thomas Steiner: „Die vom Land zur Verfügung gestellten Testkapazitäten sind lächerlich. Jetzt müssen wieder einmal die Gemeinden einspringen.“ Der Konter kam von SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst: „Die türkis-grüne Bundesregierung hat beim Test- und Impfmanagement flächendeckend versagt.“ Ein rasch einberufenes „Gipfelgespräch“ jedenfalls ergab die Kooperation. Mit aufgestockten Testmöglichkeiten soll die Sache spätestens am Wochenende schneller laufen, kündigte Landesrat Leonhard Schneemann an. Die schlechte Nachricht für Gemeinden, die Tests anbieten wollen: Das medizinische Personal muss selbst aufgetrieben werden, ohne dabei auf das Rote Kreuz zurückgreifen zu können.

Schaffen werden es dennoch etliche. Damit will man nicht nur dem gestiegenen Testwillen (Stichwort Friseurbesuch und Co.) entgegenkommen, sondern auch Testungen unter den rund 17.000 Pendlern aus dem benachbarten Ausland stemmen.

Man sieht: Wie so oft, ist Corona auch eine Frage der Statistik. Mit rund 440.000 seitens des Landes durchgeführten Covid-Antigen-Tests liegt das Burgenland entsprechend der Einwohnerzahl im Bundesländer-Vergleich im soliden Feld. Bis zu 7.500 Tests schafft man in den sieben Landes-Zentren pro Tag; dazu kommen die Testmöglichkeiten in Gemeinden und Apotheken.

95.000 Voranmeldungen für Impfung

Für die Covid-Impfung gab es Mitte dieser Woche im Burgenland rund 95.000 Voranmeldungen. Knapp 6.200 Impfdosen wurden bislang verabreicht, darunter 1.995-mal die zweite Dosis zur Immunisierung.

Trotz einer geringen Durchimpfungsrate von zuletzt 2,26 Prozent liegt man im Österreich-Schnitt. Die Frage, warum etwa Vorarlberg schon weiter mit den Impfungen ist, beantworten Mediziner und Land mit: „Weil wir die zweite Impfdosis für alle mit einrechnen.“

Noch im Februar werden im Burgenland zwischen 7.000 und 8.000 zusätzliche Impfdosen erwartet und verabreicht. Damit kommt man nach der Impfung von Heimbewohnern und Gesundheitspersonal bereits in die Gruppe von Risikopatienten über 80, die zuhause leben.