Erste Impfungen im Land Ende Dezember. Die ersten Covid-Impfungen wird es auch im Burgenland nach den Weihnachtsfeiertagen geben. Das Thema bleibt aber auch ein Politikum: Landeshauptmann Doskozil will "keine Show-Impfungen" und mehr Informationen. Die ÖVP verwehrt sich gegen "Verunsicherungen".

Von APA / BVZ.at und BVZ Redaktion. Erstellt am 22. Dezember 2020 (15:50)
LH Doskozil fordert Lockdown
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Der 27. Dezember soll jener Tag sein, an dem es auch im Burgenland die ersten Impfungen gegen Corona geben wird. Dass man diese, wie seitens des Bundes zu hören gewesen sei, auch "medial verkaufen" wolle, dagegen verwehrt sich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil: "Wir machen bei diesen Show-Impfungen nicht mit. Da geht es wieder nur um Präsentation, da geht es wieder nur um PR", sagte Doskozil am Dienstag vor Journalisten. Seitens der Landesregierung will man daher nicht an den Terminen teilnehmen, aber das Land will mit Ärzten vor Ort aufklären.

"Welche Nebenwirkungen gibt es? Was bedeutet die Impfung für Allergiker? Ist die Impfung gentechnisch verändert oder nicht? Kann ein Geimpfter Überträger sein? Ist die Impfung nur so, dass der Verlauf gedämpft wird? Diese Fragen bitte muss doch eine Bundesregierung beantworten, bevor man einem mündigen Bürger in Österreich zumutet: Du musst dich jetzt impfen lassen. Das ist uns die Bundesregierung schuldig", formulierte Doskozil seine Fragen. Das könne nicht jedes Bundesland für sich selbst beantworten: "Dann haben wir wieder einen Fleckerlteppich vom Burgenland bis Vorarlberg mit einer unterschiedlichen Vorgangsweise."

"Ich glaube, es wäre besser gewesen, der Herr Bundeskanzler und der Herr Vizekanzler hätten auf den Besuch des Babyelefanten verzichtet und hätten mehr in Aufklärung, Transparenz und Meinungsbildung investiert", meinte der Landeshauptmann. "Wir sind in einer Pandemie, wo relativ rasch - das hat es noch nie gegeben - ein Impfstoff entwickelt und zugelassen wird innerhalb kürzester Zeit", so Doskozil. Seine persönliche politische Meinung sei: "Wenn ich Verantwortung tragen würde auf Bundesebene, würde ich nicht zulassen, bevor diese Fragen nicht beantwortet sind, dass ein Österreicher geimpft wird."

Auf die Frage, ob sich der designierte US-Präsident Joe Biden wohl impfen lasse, wenn er nicht der Meinung sei, dass die Impfung sicher sei, meinte Doskozil, er gehe davon aus, dass Biden informiert sei, dass er Bescheid wisse und dass dieser für sich selbst beurteilt habe, sich unter diesen Voraussetzungen impfen zu lassen. "Das, was für den designierten Präsidenten der Vereinigten Staaten gilt, das muss für jeden Österreicher gelten", sagte Doskozil. Er selbst würde sich impfen lassen, "wenn diese Fragen für mich beantwortet sind" und wenn aufgrund seiner bereits gehabten Infektion die Impfung notwendig sei.

Kritik gab es seitens der ÖVP. Die stellvertretende ÖVP-Generalsekretärin und -Gesundheitssprecherin Gaby Schwarz meinte, Doskozils mangelndes Vertrauen in die europäische Zulassungsbehörde schaffe "unnötige Verunsicherung". "Mit seinen impfskeptischen Äußerungen stellt sich Doskozil jedenfalls auf eine Stufe mit den Corona-Verharmlosern der FPÖ rund um Klubobmann Kickl und befeuert wirre Verschwörungstheorien noch mehr", kritisierte Schwarz.