Wahl als Landes-Match: Gemeinde- trifft Landespolitik

Erstellt am 29. September 2022 | 05:01
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Wahl Symbolbild
Foto: shutterstock.com/Alexandru Nika
Der Sonntag ist „kein Test für die Landtagswahl“, hat aber im direkten Duell der Parteien enormes Gewicht.
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Dass eine Gemeinderatswahl eigene Gesetze hat, betonten Landeshauptmann Hans Peter Doskozil als SPÖ-Chef und ÖVP-Obmann Christian Sagartz in diesem Wahlkampf mehrfach. Dennoch spielt sich das Match an der Spitze zwischen den beiden ab – um einiges knapper als auf Landesebene: 85 Ortschefs stellt die SPÖ, 82 die ÖVP. Bei den Gemeinderats- Sitzen steht es 1.441 zu 1.364 für die SPÖ. Klar also, dass es in den Kommunen letztlich um das Prestige in der Landespolitik geht. Allein 5.700 Kandidatinnen und Kandidaten schickt die SPÖ in allen 171 Gemeinden ins Rennen, die ÖVP rund 5.000 in 166 Gemeinden.

Gemeinderatswahlen Burgenland 2017
Foto: Land Burgenland; Grak: Gastegger

Für kleinere Oppositionsparteien wie FPÖ und Grüne zählt (ebenfalls) jedes Mandat: 101 sind es derzeit auf blauer Seite (144, zählt man die Namenslisten mit), 26 auf grüner. Am Kräfteverhältnis wird sich bei der Wahl zumindest angesichts der Kandidaturen nicht allzuviel ändern: Die Freiheitlichen treten in 77 Gemeinden an, die Grünen in 22; auf „Qualität vor Quantität“ haben die NEOS ihren Wahlkampf in fünf Gemeinden aufgebaut.

18 zu 18 steht es beim Antritt von zwei gänzlich Neuen: In so vielen Ortschaften treten nämlich die als impfkritische Gruppe in Corona-Zeiten bekannt gewordene MFG sowie „Klartext“ an, Letztere quasi als Nachfolger der stillgelegten Liste HC Strache. Die jeweiligen Chefs stellen sich in ihren Heimatgemeinden allesamt selbst der Bürgermeisterwahl: Christoph Schneider (NEOS) in Breitenbrunn, Helmut Eller (MFG) in Oberschützen, Herbert Adelmann („Klartext“) in Bernstein. Überhaupt hat sich bei den Listen viel getan. Genau genommen sind die Unabhängigen die dritte „große Kraft“: Sie stellen mehr als 150 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte sowie weitere vier Bürgermeister (drei davon werden dem UGVF, dem Unabhängigen Gemeindevertreterforum zugerechnet). Manfred Kölly, 2017 mit der LBL noch im landesweiten Rennen, kandidiert in Deutschkreutz ein weiteres Mal als Ortschef.