Neue Landes-Gesellschaften im Burgenland

Auf Sozial-GmbH folgt bald der Wohnbau in Landes-Hand. Damit will man sich vergleichbar mit dem Markt machen.

Wolfgang Millendorfer
Wolfgang Millendorfer Erstellt am 23. September 2021 | 03:46
Soziale Dienste Burgenland GmbH
Foto: Millendorfer

Aktuell kann man die Umstrukturierung im Land am deutlichsten im Sozialbereich erkennen: Mit der Einsetzung von Johannes Zsifkovits als Geschäftsführer präsentierten Landeschef Hans Peter Doskozil und Landesrat Leonhard Schneemann die Soziale Dienste GmbH als – bereits laufende – „zehnte Säule“ der Landesholding.

Nebenbei wurde mit der Gründung der Pflege-GmbH eine weitere Ankündigung in die Tat umgesetzt: der operative Einstieg in die Pflege. Im Oktober soll zudem der erste der vom Land betriebenen Sozialmärkte starten. Wie berichtet, will man als Nächstes in einem weiteren Bereich selbst anpacken, nämlich im sozialen Wohnbau. Nicht verwunderlich also, dass manchen diese Entwicklung zu schnell geht. Immerhin umfasst die Landesholding Burgenland mittlerweile mehr als 70 Tochtergesellschaften.

Deshalb hat sich die Opposition auch auf die teils schwer überschaubaren Strukturen eingeschossen. Das Land werde „unkontrollierbar“, kritisiert die FPÖ ebenso wie die Grünen. Die ÖVP spricht von der „teuersten Landesregierung aller Zeiten“ und meint damit auch den Personal-Ausbau und Umbau in der Verwaltung, die sich (nach rot-blauer Reform) mit der Umschichtung einiger Bereiche ebenfalls neu aufgestellt hat.

Den Kritikern kontert die SPÖ mit der Soziale Dienste GmbH als Beispiel: Man werde durch die neue Säule noch schneller und flexibler, meint Klubobmann Robert Hergovich, man nutze Synergien und werde im Sozialbereich zur Modellregion. Und, betonte Doskozil bei der Präsentation: Man wolle sich so ganz bewusst mit privaten Pflegeheim-Betreibern vergleichen. Das wohl auch, um die strikte Linie der Gemeinnützigkeit zu betonen. Selbiges gilt dann auch beim Thema Wohnbau.