Burgenland stellte eigenes Pflegemodell in Brüssel vor. Am Donnerstag stellte der burgenländische Landesrat Christian Illedits (SPÖ) das heimische Pflegemodell vor dem Ausschuss der Regionen in Brüssel vor. Für Kommissar Nicolas Schmit „ein Modell, das weiter verfolgt gehört“.

Von David Marousek. Erstellt am 06. Dezember 2019 (17:37)

Bei der 137. Plenartagung des „Ausschuss der Regionen“ im europäischen Parlament wurde über die „Soziale Säule Europa“ diskuttiert. Eine Wortmeldung gehörte auch Landesrat Christian Illedits, der dort im Hemicycle (halbrunder Diskussionssaal), das burgenländische Modell präsentierte. Es war das einzige Pflegemodell, das im Ausschuss vorgestellt wurde. „Der Kommissar hat gesagt es ist eine gute Idee und sie gehört auch weiter verfolgt“, freute sich Illedits über die positive Rückmeldung für den „Zukunftsplan Pflege“. Auch der deutsche Bundesrat habe bereits eine Anfrage bezüglich des vorgestellten Modells gestellt. „Das nationale und europäische Interesse ist enorm. Das Anstellungsmodell verspricht das nächste europäische Best Practice-Modell aus dem Burgenland zu werden“, erklärte der Landesrat. 

 „Müssen in Ausbildung von Männern und Frauen investieren“

 Kommissar Nicolas Schmit strich die Notwendigkeit von Aus- und Weiterbildungen heraus. „Wir müssen aus Europa eine Union machen, die Vorreiter gegen den Klimawandel ist“, wünschte sich Schmit. Dies sei nur mit einem sozialisierten Unterbau möglich. „Wir können das Eine nicht ohne das Andere erreichen“, führte der Kommissar weiter aus. Der „Zukunftsplan Pflege“ soll hier auch an die Annäherung der Gehälter von Männern und Frauen führen. „Für eine 40 Stunden Woche gibt es bereits seit dem 1. November 1.700€ für pflegende Männer und Frauen“, erklärte Illedits. 

 Bereits circa 300 Interessenten im Burgenland

 Im Burgenland ist das Modell bereits angelaufen. „54 Angestellte haben bereits ihr erstes Gehalt bekommen“, verkündet Landesrat Illedits stolz. Weitere 300 haben ihr Interesse an der Anstellung bekundet. Laut Untersuchung seien zwischen 400 und 600 Personen in der Situation, dieses Modell nützen zu können. Nach einer 100 Stunden dauernden Ausbildung sind Angehörige dazu berechtigt ihre Familienmitglieder zu pflegen. Falls noch weitere 300 Stunden absolviert werden, zählt die Ausbildung als vollwertige Heimhilfe. „Wir haben eine Befragung durchgeführt, 99% der Leute wollen daheim alt werden“, erklärte Illedits einen weiteren Vorteil des Modells. Für 2020 seien vorläufig 300 Personen im Budget vorgesehen.