Neue Auflagen sorgen für Polit-Debatte ums Wasser. Wegen neuer Auflagen befürchten die Verbände eine Verteuerung des Trinkwassers. Warnung vor Wasser-Privatisierung.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 08. August 2018 (06:29)
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Wasser als Politikum. „Heißer Herbst“ mit EU-Debatten. Foto: Shutterstock/ifong

Mehrfach sorgt die EU mit einer geplanten Richtlinie für Debatten. Wie die BVZ in der Printausgabe berichtete, befürchten Wasserverbände durch strengere Kontrollen eine Verteuerung des Wasserpreises. Maximal 1,58 Euro zahlt ein Haushalt im Burgenland derzeit für 1.000 Liter Wasser, einer der günstigsten Preise österreichweit.

SPÖ-Brandstetter: Kritik am Bund und an der ÖVP

Da durch aufwendige Kontrollen vor allem kleinere Verbände unter Druck geraten könnten, warnte die ÖVP nun vor einer Erhöhung des Trinkwasser-Preises um das Vierfache. Heimische Wasserversorger verweisen darauf, dass ohnehin schon streng geprüft werde und sind alarmiert.

So rechnet etwa Helmut Herlicska vom Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland (WLV) vor: „Wir nehmen 1.000 bis 1.100 Proben jährlich, bei einem Kostenfaktor von rund 80.000 Euro. Künftig würde sich dieser Betrag auf 200.000 Euro jährlich steigern.“

Auch Christian Portschy vom Wasserverband Südliches Burgenland warnt: „Mehrkosten könnten auf den Konsumenten abgewälzt werden.“ WLV-Obmann Gerhard Zapfl wies mit Bürgermeistern der Region zudem auf die Gefahr einer Privatisierung hin. Zwar ist die Wasserversorgung in der Verfassung verankert, man ortet aber Lobbying für „eine gewollte Privatisierung“.

Im Zuge der Pressekonferenz übte SPÖ-Landtagsabgeordneter Kilian Brandstetter auch Kritik am Bund und an der ÖVP, deren Position in dieser Frage „nicht klar“ sei. Von „Populismus“ sprechen wiederum VP-Landesobmann Thomas Steiner und Nationalratsabgeordneter Christoph Zarits: Die SPÖ habe sich im Bundesrat zuletzt gegen die Kritik zur EU-Richtlinie gestellt.