Grüner Verkehrs-Plan: „Schienen in Zukunft legen“. Grüne stellen neuen „Klimaschutz-Verkehrsentwicklungsplan 2020+“ vor.

Von Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 18. September 2019 (06:18)
BVZ
Regina Petrik: „Das Konzept spart Kosten für Familien und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“

Klimakrise heißt das Schlagwort, das im derzeitigen Wahlkampf bei allen Parteien ganz oben auf der Agenda steht. Was es im Burgenland vor allem brauche, sei eine umfassende und konkrete Verkehrswende, sind die Grünen überzeugt.

Petrik-Kritik an „in weiten Teilen unverbindlicher“ Landes-Strategie

Die bereits seit 2014 bestehende Gesamtverkehrsstrategie des Landes sei „in weiten Teilen unverbindlich“, kritisiert Landessprecherin Regina Petrik. Aufhorchen lassen wollen die Grünen nun mit dem, der BVZ exklusiv vorliegenden, 117-seitigen „Klimaschutz-Verkehrsentwicklungsplan 2020+“, ausgearbeitet vom Institut für Verkehrswissenschaft der TU Wien.

Im Fokus steht dabei der öffentliche Verkehr, da zwei Drittel aller CO2-Emissionen im Burgenland aus dem Verkehrssektor stammen, erklärt der mit der Planerstellung betraute Experte Harald Frey.

Grafik: Tanja Gastegger
Das Grünen-Modell für das Schienennetz im Burgenland

Das Grundgerüst bildet ein Bahnnetz – im Landesentwicklungsprogramm definierte zentrale Orte sollen so erreichbar sein. Dafür sei „eine entsprechende Schieneninfrastruktur zu errichten beziehungsweise wieder in Betrieb zu nehmen“, so Frey (siehe Grafik links). Zu den Bahnknoten sollen Busse als Zubringer fungieren. Angepeilt werden kürzere Taktungen, Abendangebote sowie günstigere Tarife. Im Nahverkehr wird auf den Ausbau von Radwegen inklusive der Infrastruktur gesetzt.

Die Umsetzung aller vorgeschlagenen Maßnahmen würde sich auf rund 3,1 Milliarden Euro belaufen, so Petrik, – Einsparungspotenzial sieht sie vor allem im Straßenbau, etwa in einem Bau-Stopp der A3. Der grüne Verkehrsentwicklungsplan sei als mehrjähriges politisches Programm zu verstehen, betont Petrik: „Wir werden die Umsetzung Stück für Stück einfordern.“

Der Öffentlichkeit präsentiert wird der Plan am 20. September um 19 Uhr im Volksbildungswerk in Eisenstadt.