SPÖ verspricht externe Aufklärung in Silberstein-Affäre. Die SPÖ verspricht in der Facebook-Affäre rund um den Ex-Berater Tal Silberstein einmal mehr Aufklärung. Christoph Matznetter, der die Causa aufarbeiten soll, versprach Externe beizuziehen. "Wir werden unser Rechnungswesen lückenlos kontrollieren lassen", erklärte Matznetter am Montag im ORF-Radio Ö1. "Wir sind wenn man so will mitten in einem Tsunami aufgewacht". Das sei nicht der Stil der SPÖ.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 02. Oktober 2017 (12:03)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Christoph Matznetterwill Licht ins Dunkel bringen
APA

"Wir wollen daher völlige Aufklärung und Transparenz herstellen." Die Öffentlichkeit soll über das Ergebnis informiert werden. Matznetter betonte, dass keinerlei Finanzierung der Facebook-Seiten von Seiten der SPÖ durchgeführt worden sei.

Matznetter, der nun nach dem Rücktritt von Georg Niedermühlbichler mit Andrea Brunner die SPÖ-Bundesgeschäftsführung übernommen hat, will alles tun, um erste Antworten noch vor der Wahl am 15. Oktober zu liefern. Die roten Wahlkämpfer seien in einem Argumentationsnotstand. Daher brauche es Antworten auf die Fragen. "Ich darf mich an der Stelle auch bei den vielen Menschen, denen die Demokratie ein Anliegen ist und sowas nicht wollen, entschuldigen", sagte Matznetter.

"Ich glaube nicht immer an Zufälle"

Matznetter meinte - ähnlich wie SPÖ-Chef Kanzler Christian Kern am Sonntagabend auf ATV - es sei mehr als sonderbar, wie die Sache abgelaufen ist. Silberstein habe jemanden beauftragt, der schon einschlägig mit Dirty Campaigning für die ÖVP aufgefallen sei. Man müsse sich fragen, wem das eigentlich nütze. "Die SPÖ steht 14 Tage vor der Wahl vor einer Situation, die mehr als beklemmend ist", den Nutzen habe der politische Mitbewerb, so Matznetter. "Ich glaube nicht immer an Zufälle", gerade "wenn dann auch noch ein Spitzenkandidat einer anderen Partei gestern in der Fernsehdiskussion genau wusste, wie viele Mitarbeiter hier für Silberstein tätig waren." Das sei nirgends gestanden. "Das macht uns schon sehr nachdenklich."

Unzufrieden mit der Performance der eigenen Partei im Wahlkampf hat sich Tirols SPÖ-Chefin Elisabeth Blanik gezeigt. "Ich habe mich in den vergangenen Monaten schon mehrmals gewundert, auf wie vielen Ebenen hier mitgemischt wurde", kritisierte Blanik gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" das Wahlkampfteam unabhängig von der Affäre Silberstein.

Ein Wahlkampf könne schließlich nur mit klaren Strukturen und Verantwortlichkeiten funktionieren, meinte Blanik. Und das sei lange nicht der Fall gewesen, so die Kritik. "Die Inhalte passen und Bundeskanzler Christian Kern bezieht ebenfalls klare Positionen", betonte Blanik. Doch der Wahlkampf sei schon die ganze Zeit holprig verlaufen. "Und wenn es einmal nicht läuft, dann läuft es richtig nicht".