Petschnig mit weiteren Turbulenzen konfrontiert. In der FPÖ Burgenland rumort es weiter. Am Dienstag hat sich der Güssinger Bezirksparteiobmann Josef Graf zu Wort gemeldet und die Führungsqualitäten von Landesparteichef Alexander Petschnig angezweifelt. In einer Aussendung forderte Graf das Einschreiten der Bundespartei. Petschnig kalmierte im Gespräch mit der APA, es handle sich immer wieder um dieselben Leute - nämlich jene, die am Landesparteitag seinen Gegenkandidaten unterstützt hätten. Er macht jedenfalls weiter.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 26. Januar 2021 (13:20)
Alexander Petschnig
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Graf zeigte sich darüber empört, dass nach dem Wochenende der Mattersburger Bezirksparteiobmann Christian Spuller aus der Partei ausgeschlossen wurde: "Petschnig entgleitet die Partei nun komplett." Der Landesparteichef habe beim Parteitag zwar Versöhnung und Zusammenführung versprochen: "Seit er im Amt ist, habe ich aber nichts davon bemerkt", so Graf zur APA. Ganz im Gegenteil, im Vorstand würden kritische Stimmen mit Stimmentzug bestraft.

Graf meinte weiters, er sehe keine Möglichkeit mehr, etwas zu bewirken, und erwägt einen Parteiaustritt. Nach der heutigen Aussendung rechnet er allerdings ohnehin mit einer Verwarnung: "Und dann ist der Schritt zum Ausschluss nicht mehr weit." Wenn Petschnig alle ausschließen wolle, bleibe nicht mehr viel übrig: "Die FPÖ-Burgenland schafft sich ab." Graf ist überzeugt, dass Petschnig die Landespartei nicht aus der Krise führen kann und erwartet sich ein Einschreiten der Bundespartei, die "schon viel zu lang untätig zusieht".

Auslöser für die jüngsten Differenzen war die Überlegung von Klubobmann Johann Tschürtz, in Mattersburg 2022 als Bürgermeisterkandidat antreten zu wollen. Der Stadtparteiobmann Siegfried Steiner trat daraufhin aus der Partei aus.

"Wenn man sich das anschaut, ist es ein Muster."

Petschnig sieht die aktuellen Vorgänge nicht zu tragisch: "Wenn man sich das anschaut, ist es ein Muster." Es handle sich derzeit um jene Personen, die auf dem Parteitag Gegenkandidat Geza Molnar, früher Klubobmann, unterstützt haben. "Sie sind nicht bereit, Gräben zuzuschütten", stellte Petschnig fest. Die permanenten Aussendungen seien "ärgerlich", er wolle sie gar nicht kommentieren. Angesichts der 1.700 Mitglieder handle es sich um "nicht einmal zehn Namen": "Es tut mir leid um die vielen Funktionäre, die darunter leiden." Als Landesparteichef werde er jedenfalls weitermachen, "klar", meinte er auf eine entsprechende Frage und verwies auf den Auftrag durch den Landesparteitag und die Landtagswahl.

Zurückgetreten ist inzwischen auch Senioren-Obmann Paul Strobl, bestätigte Petschnig Berichte von "Kurier" und "Krone". Die Mitglieder dieser Vorfeldorganisation würden einen neuen Obmann wählen.