Hofer holte sich Motivation bei Orban. FPÖ-Chef Norbert Hofer hat sich vor der Nationalratswahl Motivation in Ungarn geholt.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 10. September 2019 (17:19)
APA (FPÖ)
Beide Seiten nannten die Zusammenkunft eine "besondere Ehre"

Der freiheitliche Spitzenkandidat besuchte seinen langjährigen "Freund", Premier Viktor Orban. Er wolle sich zwar keineswegs in einer österreichische Wahl einmischen, betonte der Regierungschef nach dem rund einstündigen Treffen am Dienstag. Dennoch wünschte er sich eine "starke Regierung" im Nachbarland.

Die Zusammenkunft sei eine "besondere Ehre", betonten beide Seiten. Hofer zeigte sich zudem überzeugt davon, dass auch die jeweiligen Länder von der "langjährigen Freundschaft" profitieren. "Wir schätzen die Arbeit, die die Regierungspartei verrichtet hat", betonte wiederum Orban mit Blick auf die FPÖ, denn: "Es hat sich herausgestellt, dass wir in ziemlich vielen Fragen ähnlich ticken."

Orbans Fidesz-Partei gehört formal zur konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, der auch die ÖVP angehört. Wegen seines autoritären Regierungsstils und häufiger Verbalattacken auf die EU-Kommission war die Mitgliedschaft aber im März suspendiert worden.

Gemeinsamkeit strich der ungarische Regierungschef etwa beim Kampf gegen Terrorismus und den "politischen Islam" heraus. Die FPÖ helfe zudem, "Europa vor den Migranten zu schützen". Der ehemalige Verkehrsminister Hofer strich hingegen zahlreiche gemeinsame Interessen, etwa beim 5G-Ausbau hervor, wozu man sich mit Ungarns Regierung ebenfalls ausgetauscht habe. Zudem seien österreichische wie ungarische Unternehmen im jeweils anderen Land tätig.

Eine Einmischung in die kommende Nationalratswahl wollte Orban durch den gemeinsamen Auftritt nicht sehen. "In Österreich wählen die österreichischen Bürger", betonte er. Allerdings sei es wichtig, sich für Zusammenarbeit zu engagieren, denn beide Länder seien füreinander wichtig. Das sah auch Hofer so, der als Burgenländer an der Grenze zu Ungarn aufgewachsen ist, "eine Grenze, die heute kein Eiserner Vorhang mehr ist".

Auch der FPÖ-Chef betonte bei der gemeinsamen Erklärung, dass er auf eine stabile Regierung in Österreich hoffe - und dass die Regierungsverhandlungen nicht so lange andauern.