Durchbruch bei Grenz-Verkehr. Nach der Diskussion um strenge Corona-Maßnahmen zeigten Verhandlungen der Wirtschaftskammer Burgenland betreffend Berufspendlern und Güterverkehr an den ungarischen Grenzübergängen nun Erfolg.

Von Wolfgang Millendorfer. Update am 02. April 2020 (12:55)
WK-Präsident Peter Nemeth
Wirtschaftskammer

Gemeinsam mit der Bundesregierung und der WKO-Außenstelle in Budapest hat die Wirtschaftskammer Burgenland erreicht, dass Berufspendler und der Güterverkehr an allen offenen österreichisch-ungarischen Grenzübergängen weiterhin passieren können.

Seit der Nacht auf heute, 1. April, liegt der Kammer ein Schreiben der ungarischen Polizei vor, wonach derzeit auch die sogenannte „50-Kilometer-Regel“ nicht vollzogen wird. „Das ist eine weitreichende Verbesserung zur Situation in den letzten Tagen, die uns gemeinsam mit der Bundesregierung und unseren Kontakten zu den Behörden gelungen ist“, sagt WK-Burgenland-Präsident Peter Nemeth. 

Österreichische oder ungarische Staatsangehörige mit entsprechenden Arbeitsbescheinigungen und Nachweisen im Bereich der Landwirtschaft sind von der 14-tägigen Quarantäneanordnung sowie dem Einreiseverbot für Ausländer bis auf weiteres befreit.„Ich bedanke mich bei den Behörden und persönlich beim ungarischen Botschafter in Österreich, Andor Nagy, mit dem ich in ständigem Kontakt stehe“, so Nemeth.

Berlakovich: „Intensive Verhandlungen“

Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich
BVZ

Der Erlass für ungarische Berufspendler habe auch bei den heimischen Bauern zu Verunsicherung geführt und wäre „fatal für Landwirtschaft gewesen, die auf die Unterstützung dieser Arbeitskräfte angewiesen ist“, meinte Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich. Gemeinsam mit seinem Team und der Bundesregierung sowie mit allen offiziellen Stellen habe man auch intensive Verhandlungen geführt, damit der Pendlerverkehr ohne Einschränkungen möglich ist.

So können österreichische und ungarische Staatsbürger nun ohne Kilometerbegrenzung mit einem Arbeitgeberzertifikat oder einem Eigentums- oder Nutzungsnachweis für landwirtschaftliche Flächen zwischen ihren Ländern reisen. Unter anderem ist auch die Bewirtschaftung österreichischer Bäuerinnen und Bauern über die Grenze hinaus weiterhin möglich.

„Ich bedanke mich bei der Bundesregierung, insbesondere bei den Ministern Köstinger, Edtstadler, Schallenberg und Nehammer für deren Einsatz und ihre Unterstützung. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Versorgung mit sicheren, regionalen Lebensmitteln aufrecht zu erhalten“, so Berlakovich.