Ortschef-Match im Burgenland: In 13 Gemeinden wird noch gewählt

Erstellt am 06. Oktober 2022 | 05:53
Lesezeit: 3 Min
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Die meisten Wahlbeobachter gab‘s am Sonntag in der SPÖ-Zentrale. Schon am Nachmittag zeichnete sich das Endergebnis ab.
Foto: Gregor Hafner
Das Kräftemessen geht in der Stichwahl weiter: mit zwölf ÖVP-, elf SPÖ- Kandidaten & drei Listen.
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Im Endeffekt gab‘s nicht nur 171 Wahlkämpfe in ebensovielen Gemeinden, sondern auch 171 Wahlergebnisse. In der Gesamtheit bleibt aber ein deutlicher Abstand zwischen den (Groß-)Parteien: 323 Mandate liegt die SPÖ vor der ÖVP; ein Zuwachs von 162 Sitzen, dem Verluste von 64 Mandaten gegenüberstehen.

Die SPÖ nennt den Ausgang „historisch“, die ÖVP spricht von einem „stabilen Ergebnis“ und will offiziell keine internen Debatten führen, die Grünen stagnieren einigermaßen zufrieden, die FPÖ kann mit den Verlusten nicht zufrieden sein. Recht haben sie alle. Ein Faktor der Wahl waren einmal mehr auch die Bürgerlisten; MFG und „Klartext“ jedoch blieben hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Das ewige Kräftemessen als Bürgermeister-Partei entscheidet die SPÖ mit 86 Ortschef-Sesseln ebenso klar. Die ÖVP kommt auf 67 (darunter Kohfidisch, wo dieses Mal eine VP-Liste antrat), fünf Bürgermeister werden von Listen gestellt.

Im rot-türkisen Match stand es zuletzt aber 85 zu 82 – das heißt: Am SPÖ-Vorsprung werden auch die Stichwahlen in 13 Gemeinden (siehe Grafik unten) nichts ändern. Dennoch gilt der 23. Oktober als „Finale“.

Elf SPÖ-Kandidaten sind dabei noch im Rennen, zwölf ÖVP-Kandidaten und unterm Strich zehnmal im direkten Match. Chancen rechnen sich beide Seiten aus, auch die Rollenverteilung in Amtsinhaber und Herausforderer hält sich in etwa die Waage. Und ein alte Weisheit besagt, dass Herausforderer gar nicht so selten die besseren Karten haben.

„Geerdet bleiben“ und Gegenwind aushalten …

Die internen Analysen nach der Wahl fielen den Ergebnissen entsprechend aus: Landes- und SPÖ-Chef Hans Peter Doskozil trat „demütig“ auf und betonte, es sei wichtig, „dass wir trotz dieses Wahlerfolges geerdet bleiben“. Der Zusammenhalt sei eine wichtige Grundlage; und: Diese Geschlossenheit sehe er in der Bundes-SPÖ derzeit nicht, erteilt Doskozil einem etwaigen Wechsel nach Wien eine neuerliche Absage.

Während SPÖ-Geschäftsführer Roland Fürst die ÖVP als „klaren Wahlverlierer“ titulierte, unterstrichen ÖVP-Obmann Christian Sagartz und sein Geschäftsführer Patrik Fazekas: Man stelle „immer noch 40 Prozent aller kommunalen Vertreter im Land“, und das bei Gegenwind im Bund.

FP-Chef Alexander Petschnig und Landesgeschäftsführer Rudolf Smolej erinnern daran, dass die FPÖ die Gemeindewahl 2017 als Regierungspartei mit Auftrieb absolviert hätte und jetzt auch in weniger Gemeinden angetreten sei. Grünen-Klubobfrau Regina Petrik und Geschäftsführer Michael Bacher verweisen auf den Zugewinn von vier Mandaten und wollen „Gemeinden klimafit und transparent machen“.

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