Beschimpfungs-Mail sorgt für Wahlkampfstreit. Oslips Bürgermeister Stefan Bubich beschimpfte Ex-SPÖ-Vize Franz Schneider nach langjährigem Zwist. Das dazugehörige Schreiben zog jetzt Kreise bis in die Landespolitik. Die Causa soll in der kommenden Woche ÖVP-intern geklärt werden.

Von Wolfgang Millendorfer. Update am 26. Januar 2020 (12:25)
BVZ

Ein jahrelanger Streit ist vor zwei Wochen eskaliert – und wird im Finale noch zum Wahlkampf-Thema: Der Zwist zwischen dem Osliper Bürgermeister Stefan Bubich (ÖVP) und dem früheren SPÖ-Vizebürgermeister Franz Schneider hat eine lange Vorgeschichte (die BVZ berichtete).

Schneider, der bis 1997 politisch aktiv war, beschwerte sich über „Versäumnisse“ der Gemeindepolitik, Bubich konterte. Zuletzt eskalierte die Diskussion rund um die Beleuchtung der Leichenhalle und Schlaglöcher auf Gemeindestraßen.

zVg

Nun wurde eine E-Mail öffentlich, in der Bubich wüste Beschimpfungen gegen Schneider ausstieß: Er bezeichnete diesen unter anderem als „Schwein“ und fügte noch weitere deftige Beschimpfungen an (siehe Foto). Bubich, der zuletzt noch seine Position im BVZ-Gespräch vehement verteidigt hatte, war bislang für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Franz Schneider will, wie zu hören ist, rechtliche Schritte einleiten.

Doskozil fordert Konsequenzen

Das Mail mit den Beschimpfungen sorgt auch auf Landesebene für Diskussionen, nicht zuletzt, da Bubich als Geschäftsführer des burgenländischen Gemeindebundes tätig ist. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) wandte sich nun in einem offenen Brief an Gemeindebund-Präsident Leo Radakovits und fordert Konsequenzen.

Kritik gibt es auch von SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst, der von der ÖVP Aufklärung fordert: „Ich kann es nicht glauben, dass sich ein burgenländischer Amtsträger zu so einem Schreiben hinreißen lässt.“

VP-Chef will kommende Woche Oslip-Causa klären

Der Burgenländische ÖVP-Chef und Eisenstädter Bürgermeister Thomas Steiner hat angekündigt, sich kommende Woche um die Causa schimpfender Osliper Bürgermeister zu kümmern. Er sah eine "rot-schwarze Fehde, die nichts mit dem heutigen Wahltag zu tun hat". "Das werden wir nächste Woche klären", sagte Steiner am Weg zur Stimmabgabe Sonntagvormittag in Eisenstadt.

Der Osliper Bürgermeisters Stefan Bubich (ÖVP) hatte Anfang Jänner einen Gemeindebürger und früheren SPÖ-Funktionär, der sich über diverse Mängel in der Gemeinde beschwert hatte, wüst beschimpft und ihn wörtlich als "Schwein" und "Arschloch" bezeichnet.

Der Konflikt hat sich daran entzündet, dass der 72-jährige Franz Schneider, ein früherer SPÖ-Funktionär im Ort, Einwendungen zum Voranschlag 2020 der Gemeinde Oslip gemacht und eine Sanierung der desolaten Leichenhalle, in der nicht-katholische Mitbürger verabschiedet werden, urgiert hatte. In einem nachfolgenden Emailverkehr beschimpfte der Bürgermeister den lästigen Bürger und wünschte ihm mehr oder weniger deutlich, dass er in der besagten Leichenhalle ende.

"Mit Arschlöcher wie mit Ihnen diskutiere ich grundsätzlich nicht. Und mit Verlaub, Sie sind ein Arschloch. (....) Sie waren, Sie sind und Sie bleiben ein Schwein", schreib der Bürgermeister unter anderen von seiner offiziellen Emailadresse als Ortschef. Für die Medien war Bubich nicht erreichbar. Sein Kontrahent Schneider kündigte am Freitag  rechtliche Schritte an.