Doppelter Neubeginn für das Oberwarter Spital. 2024 soll der Neubau des Krankenhauses Oberwart fertig sein. Aktuell fahren die Spitäler den „Normalbetrieb“ wieder hoch.

Von Markus Wagentristl und Carina Fenz. Erstellt am 21. Mai 2020 (05:55)
Spatenstich. Projektverantwortlicher Heinz Fellner, Architekt Franz Ederer, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Bürgermeister Georg Rosner und KRAGES-Geschäftsführer Hans-Peter Rucker (v.l.).
BVZ

„In Zeiten der Coronakrise ist es ein klares Signal, dass die größte Investition in der Geschichte des Landes im Gesundheitsbereich getätigt wird.“ Klare Worte, die Landeshauptmann Hans Peter Doskozil beim Spatenstich für den Neubau des Krankenhauses Oberwart fand.

Bis zur Fertigstellung 2024 will das Land maximal 235 Millionen Euro investieren. Eine Summe, „die nicht überschritten werden darf“, verdeutlicht Doskozil im Hinblick auf die vorausgegangene Kostendebatte. Eine Antwort der ÖVP, die einen parlamentarischen Begleitausschuss fordert, ließ nicht lange auf sich warten.

Besuchsbeschränkungen bis zumindest Ende Juni

Weiters gibt Doskozil abermals eine Standortgarantie für die fünf Spitäler ab, darunter auch den Neubau in Gols, und kündigt auch Investitionen in die anderen Standorte an, die allesamt derzeit die ersten Schritte in Richtung „Normalbetrieb“ setzten.

Knapp 100 Corona-Patienten wurden in den vergangenen Wochen in den Spitälern betreut, aktuell sind es nur mehr zwei. Aufgeschobene Operationen werden je nach KRAGES-Haus und Abteilung im Juni aufgeholt sein. Dann will man beginnen, geplante OP-Termine zu vergeben.

Weiters aufrecht bleiben die Besuchsbeschränkungen noch bis zumindest Ende Juni und die Erst-Triage beim Zutritt der KRAGES-Spitäler, die es noch längere Zeit geben wird.

Ein Fokus wird auf die intensive Corona-Testung von Mitarbeitern gelegt. Vom 1. bis 15. Mai wurden in allen Häusern rund 1.100 Tests unter den rund 2.000 Mitarbeitern gemacht. Künftig können rund 50 Tests pro Tag im Krankenhaus Oberwart ausgewertet werden.

Eisenstadt: Virus bleibt Begleiter und Drohung

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt kam etwas ruhiger durch die Corona-Zeiten. Der Ärztliche Direktor Martin Wehrschütz betont aber der BVZ gegenüber: „Das Virus ist weiterhin unser Begleiter und dessen Bedrohung kann, trotz sinkender Infektionszahlen, nicht leichtfertig beiseite geschoben werden.“

Bei den krisenbedingt nicht durchgeführten Operationen befindet sich das Spital „in der Phase des Nachholens“. Diese werde noch bis in den Sommer hinein andauern. In den Ambulanzen gibt es ausschließlich Terminambulanzen, um Abstandsregeln einhalten zu können. Nur Akutfälle werden – wie bisher auch – sofort behandelt.

„Vor dem Hintergrund des Vorsichtsprinzips kommen wir so zu einer geordneten Normalität zurück“, erklärt Wehrschütz.