Doskozil lehnt Primärversorgungszentren ab. Landesrat Hans Peter Doskozil (SPÖ) spricht sich gegen die Umsetzung des Systems der Primärversorgungszentren im Burgenland aus.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 16. März 2018 (13:21)
Alexandra Gollubics
SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Dax, Landesrat Hans Peter Doskozil, SPÖ-Klubobfrau Ingrid Salamon.

Diese hätten "möglicherweise im großstädtischen Bereich ihren Sinn, aber nicht in ländlich strukturierten Bereichen", sagte Doskozil am Freitag in Eisenstadt. Hingegen sollen am 3. April in allen Bezirken die angekündigten Akutordinationen öffnen.

Eine Systematik der Primärversorgungszentren im Burgenland werde es aus seiner Sicht "nicht geben, weil diese mittelfristig bedeuten würden, dass vor Ort bestehende Hausärztepraxen höchstwahrscheinlich reduziert würden", argumentierte Doskozil. Für ein Gesamtsystem der Gesundheitsversorgung sei es wichtig, auch die Hausarztpraxen nachzubesetzen.

Eine Akutordination pro Bezirk soll umgesetzt werden

Mit jeweils einer Akutordination pro Bezirk werde das seit einem Jahr in Oberwart erprobte Modell umgesetzt. Der finanzielle Aufwand betrage im Jahr rund 1,85 Millionen Euro und bleibe damit etwa gleich wie bisher. Er werde zum überwiegenden Teil von der Gebietskrankenkasse getragen, die Gemeinden und das Land übernehmen jeweils 200.000 Euro. Die KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten Gesellschaft m.b.H.) stelle Dinge im administrativen Bereich zur Verfügung.

Die Akutordinationen sollen von 17.00 bis 22.00 Uhr geöffnet sein, erläuterte Doskozil. An Krankenhaus-Standorten kümmert sich dabei ein Arzt um die medizinische Versorgung der Patienten. Zusätzlich stehe ein Visitenarzt für Patientenbesuche zur Verfügung - ausgenommen davon sind die Bezirke Mattersburg und Jennersdorf, wo es keine Spitäler gibt. Nach 22.00 Uhr stünden der Ärztenotruf 141 sowie die Landessicherheitszentrale und der Notarzt des Spitals zur Verfügung.

Dax: "Akutordinationen sind weiterer Meilenstein in der Gesundheitspolitik"

Die Leistungen der Akutordination und des Visitenarztes würden erfahrungsgemäß im Verhältnis 9:1 in Anspruch genommen, berichtete Doskozil. Für Mattersburg und Jennersdorf bedeute dies, dass der Standortarzt höchstwahrscheinlich überwiegend vor Ort sein werde und nur in geringem Ausmaß für Visiten zur Verfügung stehe.

Die Akutordinationen seien "ein weiterer Meilenstein in der burgenländischen Gesundheitspolitik", sagte SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Dax. Dadurch werde das flächendeckende Gesundheitssystem im Burgenland weiter ausgebaut und verbessert.