Neusiedler See ist trotz Hitze stabil. Der Wasserstand des Neusiedler Sees ist wieder gesunken, aber Experten beruhigen. Zur Frage von Bauprojekten am See präsentierte das Land eine Bürgerbefragung.

Von Wolfgang Millendorfer und Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 08. August 2018 (04:50)
BVZ/Szimak
Die Hitze setzt auch dem Neusiedler See zu. In manchen Häfen klagt man über Probleme. Experte Thomas Zechmeister (kleines Bild) beruhigt.

Gerade am Neusiedler See sorgt die aktuelle Hitzewelle für Top-Besucherzahlen, befeuert zugleich aber auch die Befürchtungen um den Wasserstand: Während Experten noch keine kritische Phase sehen, klagen Segler und Bootsfahrer seit Wochen über Probleme in den Häfen.

Schlamm-Abpumpen fast nur im Herbst und Winter

Wie die BVZ berichtete (siehe hier und ganz unten), spielt dabei auch der Schlammpegel im See eine Rolle . Für das Abpumpen des Schlamms sind die Gemeinden zuständig; aufgrund des Naturschutzes wird dies laut Auskunft des Landes aber fast ausschließlich im Herbst und Winter durchgeführt.

Was die Wassertiefe angeht, gibt Thomas Zechmeister, Leiter der Biologischen Station Neusiedler See, Entwarnung: „Der langjährige Mittelwert zeigt, dass wir im August immer wieder ähnliche Wasserstände hatten.“ So wurden in noch trockeneren Jahren bis zu 40 Zentimeter weniger gemessen (siehe weiter unten), zudem habe es trotz der Hitze auch diesen Sommer Starkregen gegeben.

Die Debatte um den Wasserstand, so Zechmeister, sei immer wieder ein Thema; eine künstliche Bewässerung, die in der Vergangenheit ebenfalls diskutiert wurde, hält er nicht für notwendig: „Immerhin ist der See schon 14.000 Jahre alt.“

Freier See-Zugang als Staatsziel-Bestimmung

„Natürlich kann es in trockeneren Perioden zu niedrigen Wasserständen kommen“, heißt es auch im Büro von Umweltschutz-Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ), „der See kann aber als stabil betrachtet werden.“

Gemeinsam mit Landeshauptmann Hans Niessl und Neusiedls Bürgermeisterin Elisabeth Böhm präsentierte Eisenkopf nun auch die Ergebnisse einer Bürgerbefragung zum Neusiedler See. Ein daraus resultierender „Masterplan“ soll in Zukunft für alle heimischen Seen auch als Staatsziel-Bestimmung abgesichert werden.

Böhm-Ritter
„Masterplan“ in Arbeit. Landesrätin Astrid Eisenkopf, Landeshauptmann Hans Niessl und Neusiedls Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (v.l.).

„Das Burgenland ist das erste Bundesland, das eine solche Lösung anstrebt“, betonte Niessl. Demnach gilt bei Bauprojekten der freie Zugang zum See als oberstes Gebot.

Als erster Schritt wurden nun die Befragungs-Ergebnisse aus den 27 Seegemeinden präsentiert. Demnach hat für 83 Prozent der Befragten der nicht verbaute Seeblick höchste Priorität. Ebenso viele wollen, dass der Status des Sees als UNESCO Welterbestätte erhalten bleibt.