Wissenschaftspreise des Landes Burgenland 2022 verliehen

Erstellt am 22. September 2022 | 10:52
Lesezeit: 5 Min
In der restaurierten historischen Synagoge Kobersdorf wurden am Mittwoch die Wissenschaftspreise des Landes Burgenland 2022 vergeben – in völlig neuer Form erstmals im festlichen Rahmen einer Gala.
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Erstmals wurde auch ein Preis vergeben, der direkt mit der Geschichte dieses Ortes verbunden ist: Im Gedenken an den letzten Rabbiner der Synagoge Kobersdorf wurde der Simon-Goldberger-Preis für Erinnerungs- und Gedenkkultur gestiftet. Übergeben wurden die Preise von Landesrat Heinrich Dorner in Vertretung von Kulturreferent Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Die Preisträger des Kulturpreises sind: Erich Schneller (Würdigungspreis Erwachsenenbildung, posthum) und Hofrat Prof. Dr. Walter Dujmovits (Würdigungspreis Wissenschaft). Den Simon-Goldberger-Preis für Erinnerungs- und Gedenkkultur erhielten das Gymnasium der Diözese Eisenstadt Wolfgarten (Kategorie Schule) und der Verein RE.F.U.G.I.U.S. – Rechnitzer Flüchtlings- und Gedenkinitiative und Stiftung (Kategorie Gedenkinitiative).

Die Archäologin Manuela Thurner wurde mit dem Fred Sinowatz-Wissenschaftspreis ausgezeichnet, der Young Science Wissenschaftspreis ging an Jakob Herowitsch, Johanna Hess und Antonia Renner. Die Preisträger des Burgenländischen Buchpreises 3x7 sind Heinz Janisch (Kategorie Kinder- und Jugendbuch), Elke Kallinger (Kategorie Belletristik), Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl (Kategorie Sachbuch). „Wissenschaft und Forschung sind die Triebfedern, die uns Menschen voranbringen.

Die Wissenschaftspreise des Landes Burgenland sind eine würdige Auszeichnung und ein Zeichen der Wertschätzung für bereits erbrachte Leistungen. Sie stellen aber auch ein maßgebliches Förderinstrument dar. Sie sind ein Ansporn, weiterzumachen – für die Preisträger, für alle forschend und wissenschaftlich Tätigen und all jene, die sich künftig in diesen Bereichen engagieren. Aus diesem Grund wurden auf Initiative von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil alle Dotierungen deutlich angehoben. Herzliche Gratulation allen Preisträgern“, so Dorner. Über die Zuerkennung der von der Kulturabteilung des Landes ausgeschriebenen Preise hatten kompetente und unabhängige Jurorenteams entschieden.

Kulturpreis des Landes Burgenland, Sparte „Erwachsenenbildung“ und Sparte „Wissenschaft“

Der seit 1975 vergebene Kulturpreis des Landes Burgenland zählt zu den höchsten Auszeichnungen, die seitens des Landes für Verdienste um Kultur, Kunst, Wissenschaft und Erwachsenenbildung verliehen werden. Der Preis wird in sieben Sparten vergeben und ist mit je 7.000 Euro dotiert. 2022 wurde der Preis in den Sparten „Wissenschaft“ und „Erwachsenenbildung“ vergeben.

Den Kulturpreis des Landes in der Sparte Wissenschaft erhielt Hofrat Prof. Dr. Walter Dujmovits. Die Biographie und das Lebenswerk des 1932 in Eisenhüttl im Bezirk Güssing Geborenen ist untrennbar mit der Auswanderung der BurgenländerInnen nach Amerika verbunden. 1956 wurde in New York unter Dujmovits‘ Mithilfe die Burgenländische Gemeinschaft gegründet, eine Vereinigung, welche die Kontakte zwischen der alten Heimat und den ausgewanderten BurgenländerInnen fördert. Nach langjähriger Forschungstätigkeit fasste Walter Dujmovits 1975 seine Erkenntnisse in dem Buch „Die Amerika-Wanderung der Burgenländer“ zusammen, das seitdem als Standardwerk zu der burgenländischen Migrationsgeschichte gilt. Dujmovits lebt in Stegersbach.

Für vielfältige zeitgeschichtliche und gesellschaftspolitische Tätigkeit und Volksgruppenarbeit wurde dem ehemaligen ORF Burgenland Journalist Erich Schneller posthum der Kulturpreis in der Sparte Erwachsenenbildung verliehen. Schneller wurde am 22. April 1954 in Großpetersdorf geboren, wo er auch aufwuchs. Er verstarb kurz nach seinem 67. Geburtstag viel zu früh am 23. Mai 2021.

Simon-Goldberger-Preis für Erinnerungs- und Gedenkkultur

Erstmals vergeben wurde der Simon-Goldberger-Preis für Erinnerungs- und Gedenkkultur. Der Preis im Gedenken an den letzten Rabbiner der Synagoge Kobersdorf wird in den Kategorien „Schule“ und „Gedenkinitiative“ vergeben. Die Preisträger sind das Gymnasium der Diözese Eisenstadt Wolfgarten für das Projekt „Jüdische Wurzeln und pädagogischer Auftrag – der sogenannte Wolfgarten“ (Kategorie Schule) sowie der Verein RE.F.U.G.I.U.S. – Rechnitzer Flüchtlings- und Gedenkinitiative und Stiftung (Kategorie Gedenkinitiative). Das BG BRG BORG Oberpullendorf und das BG BRG BORG Oberschützen erhielten einen Anerkennungspreis.

Fred Sinowatz-Wissenschaftspreis

Mit dem Fred Sinowatz-Wissenschaftspreis ausgezeichnet wurde die in Oberpullendorf geborene und heute in Schattendorf lebende Archäologin Manuela Thurner für ihre Masterarbeit „Bergbau im Bernstein-Rechnitzer-Fenster – Untersuchung und Interpretation von Bergbauspuren durch Airborne Laser Scanning“. Der Fred-Sinowatz-Wissenschaftspreises ist mit einem Preisgeld in der Höhe von 5.000 Euro dotiert.

Young-Science-Wissenschaftspreis

Im Rahmen des Young-Science-Wissenschaftspreises 2022 wurden drei herausragende vorwissenschaftliche Arbeiten mit einem Preisgeld in der Höhe von je 500 Euro vergeben.
Die Preisträger sind:
·        Jakob Herowitsch aus Deutschkreutz für die Arbeit „Die drei ehemaligen Judengemeinden im Mittelburgenland im Vergleich“ (BG/BRG/BORG Oberpullendorf „Franz Liszt“),
·        Johanna Hess aus Neusiedl am See für die Arbeit „Nationalsozialistische Jugendorganisationen am Beispiel Neusiedl am See und Umgebung“ (BG/BRG Neusiedl am See) und
·        Antonia Renner aus Mattersburg für die Arbeit „Die Auslöschung der jüdischen Gemeinde Mattersburg im Jahr 1938“ (BG/BRG Mattersburg).

Burgenländischer Buchpreis 3x7

Der Burgenländische Buchpreis 3x7 ist ein gemeinsames Projekt des Landes Burgenland, des Buchhandels und der burgenländischen Bibliotheken. Er wurde zum bereits fünften Mal vergeben. Die diesjährigen Preisträger sind Sieger Heinz Janisch für sein Buch „Der Meisterdieb im Museum. Ein Fall von Jaromir“ (Kategorie Kinder- und Jugendbuch). Der Autor ist in Strem und in Wien zuhause. Für „Vom Fluss und der Zeit“ wurde die in Oberwart lebende Elke Kallinger als Preisträgerin in der Kategorie Belletristik gekürt. In der Kategorie Sachbuch wurden der Großpetersdorfer Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl aus Halbturn für ihr Werk „Einfach weg! – Verschwundene Romasiedlungen im Burgenland“ ausgezeichnet.