Bischof Zsifkovics gegen Uneinigkeit und Streit. Gefährlicher als das Coronavirus kann es nach Meinung des Eisenstädter Bischofs Ägidius Zsifkovics sein, wenn in der Kirche Uneinigkeit und Streit vorherrschen. Das betonte der seit zehn Jahren amtierende Bischof am Freitag laut Kathpress bei seiner Jubiläumsmesse im Martinsdom, die gleichzeitig die nachgeholte Chrisammesse war, bei der Priester und Diakone ihr Weiheversprechen erneuern.

. Erstellt am 25. September 2020 (16:12)

Zsifkovics ermutigte dazu, dass in der Kirche "Ehrfurcht, Brüderlichkeit und Eintracht" gelebt und sichtbar werden: "Wenn wir so mit unseren Mitarbeitern umgehen, werden wir auch von den Menschen außerhalb unserer Gemeinde geschätzt werden." Uneinigkeit dagegen "macht uns vor dieser Welt lächerlich und unglaubwürdig".

Corona-bedingt in reduzierter Form feierte die Kirche im Burgenland mit dem Gottesdienst auch den zehnten Jahrestag der Bischofsweihe von Ägidius Zsifkovics. Er war im Juli 2010 durch Papst Benedikt XVI. zum Nachfolger des Eisenstädter Bischofs Paul Iby ernannt worden. Die Bischofsweihe hatte Zsifkovics vor genau zehn Jahren, am 25. September 2010, in der Eisenstädter Domkirche St. Martin durch Kardinal Christoph Schönborn empfangen.

Bischof Zsifkovics ging in seiner Ansprache auf das Zeugnis der Kirche in der Zeit der Covid-Pandemie ein. Es dürfe kein Streit und keine Uneinigkeit herrschen, aber auch kein Abtauchen der Kirche in die Abwesenheit. In einer abschließenden Dankansprache hob er das hervorragende ökumenische Klima im Burgenland hervor.

Der evangelische Superintendent Manfred Koch betonte die vielen gemeinsamen Initiativen mit Zsifkovics, die "uns gemeinsam auf den Weg zum Kreuz Christi, aus verschiedenen Richtungen, gebracht haben". Der orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) nannte in seiner Gratulation Bischof Zsifkovics einen mit ihm "brüderlich und freundschaftlich verbundenen Mitchristen". Ganz besonders dankte er dem Bischof für die Hilfe beim Baustart für das orthodoxe Kloster, für das am Samstag der Grundstein gelegt wird. Die Jubiläums- und Chrisammesse im Dom konnten unter Einhaltung der Covid-Hygienevorschriften zahlreiche Priester aus allen Teilen der Diözese Eisenstadt mitfeiern.