Kinder können getrennte Eltern weiter besuchen. Da Kinder von Familien, in denen die Eltern nicht im gleichen Haushalt leben, durch die aktuellen Vorgaben nicht beide sehen könnten, entschieden nun Justizministerium, Gesundheitsministerium und dem Familienministerium, dass diese Kinder weiterhin beide Eltern sehen dürfen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. März 2020 (09:37)
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„Zuhause bleiben“, lautet die Devise. Für die Kinder von Familien, in denen die Eltern getrennt leben, ist das aber ein Problem. Das führte zu Diskussionen. „Die Coronakrise stellt unsere gesamte Gesellschaft vor riesige Herausforderungen. Das betrifft insbesondere auch Familien mit Kindern“, so Justizministerin Alma Zadic. „Es stellen sich zu Recht viele Fragen, wie wir unser Zusammenleben organisieren sollen.“ 

Der Erlass des Gesundheitsministeriums, der bis Montag, 22. März 2020 gilt, hat für diesen Fall zwar nicht explizit eine Ausnahme festgeschrieben. Aber gemeinsam mit dem Justizministerium, Gesundheitsministerium und dem Familienministerium wurde vereinbart, dass hier Klarheit geschaffen wird und diese Ausnahme aufgenommen wird. Das Ergebnis: Die Besuchsregelungen für Kinder bei getrennt lebenden Eltern sollen jedenfalls durch die Maßnahmen nicht längerfristig unterbunden sein.

Grund dafür: „Auch bei getrennt lebenden Eltern muss ein Besuch der eigenen Kinder weiterhin möglich sein“, betont Gesundheitsminister Rudi Anschober. Bei den aktuell harten Maßnahmen, die notwendig sind, um das Virus in Österreich einzudämmen, dürfen wir die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Familien nicht aus den Augen verlieren und haben jetzt eine praxisnahe und familienfreundliche Lösung gefunden.“

Kinder könnten, so Zadic, weiterhin beide Eltern sehen – auch wenn diese nicht in einer Lebensgemeinschaft leben. „Das ist eine praktikable Regelung, die das Wohl des Kindes in den Vordergrund stellt.“