FH: SPÖ und Studierende stellen sich gegen Förder-Aus. Die SPÖ Burgenland und Studierende der Fachhochschule (FH) in Eisenstadt haben sich am Freitag erneut gegen die Kündigung des Fördervertrags mit der FH durch die Landeshauptstadt gestellt.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 26. Juni 2020 (11:34)
Roland Fürst
SPÖ

Es handle sich um eine "Kurzsichtigkeit und Kleinkariertheit" von Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP), die "offensichtlich rein parteipolitisch motiviert ist", sagte SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst.

Die FH sei nicht nur eine "reine Bildungseinrichtung, sondern ist als Wirtschaftsfaktor relevant", betonte Fürst. Sie löse durch ihre Aktivitäten wie den Lehr- und Forschungsbetrieb, Kongresse und Veranstaltungen eine Wertschöpfung von 24 Millionen Euro aus, die vor allem der Stadt Eisenstadt zugutekomme.

Für die Studierenden sind Steiners Argumente für die Kündigung - etwa dass zwei Drittel der Studenten nicht aus dem Burgenland seien - nicht nachvollziehbar. "Ich finde es eine Frechheit für mich und alle anderen nicht aus dem Burgenland stammenden Studierenden, dass wir hier nicht mehr erwünscht sind. Ich erwarte mir eigentlich eine Entschuldigung vom Bürgermeister", sagte der Niederösterreicher Lukas Hanser, der in Eisenstadt Soziale Arbeit studiert.

Es sei wichtig, dass der Zugang zur Hochschule für alle offen sei. "Er darf nicht abhängig von der geografischen oder ökonomischen Lage sein", betonte Student Jochen Pittnauer. Studiengebühren, deren Fehlen ebenfalls ein Argument zur Streichung der Förderung war, würden sich negativ auf Studierende mit geringem Einkommen auswirken. Die finanzielle Lage sei für Studierende oftmals schwierig, aufgrund der Coronakrise hätten auch einige ihren Nebenjob verloren. "Es ist unverantwortlich, in der Krise die Mittel zu streichen", sagte Pittnauer. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hatte am Mittwoch sogar eine mögliche Verlegung des Standortes aufgrund der Kündigung des Fördervertrags in den Raum gestellt.