Deutschkreutz: Wortduelle vor Stichwahl. Neues Schrift-Gutachten zu mutmaßlichem Wahlbetrug entzweit die Stichwahl-Gegner Kölly (LBL) und Kacsits (VP).

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 26. September 2018 (04:57)
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Manfred Kölly, Andreas Kacsits und Johann Steinhofer
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Die Bürgermeister-Stichwahl in Deutschkreutz wird am 7. Oktober ordnungsgemäß abgehalten. Daran wird auch ein neues grafologisches Gutachten nichts ändern, das von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt im August angefordert wurde und jetzt fertig ist.

Dessen Inhalt soll aber brisant sein: Mit dem ersten Gutachten soll festgestellt worden sein, dass die Kreuze auf 70 Stimmzetteln und Wahlkarten-Anträgen mit hoher Wahrscheinlichkeit von ein und derselben Person stammen; das zweite Gutachten soll anhand von Schriftproben aufzeigen, wer die Wahlkarten manipuliert haben könnte. Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Bürgermeister Manfred Kölly (LBL) und eine Gemeindebedienstete eingeleitet.

Gutachten mit Schriftproben

Andreas Kacsits, der als Gegenkandidat antritt und mit der Orts-ÖVP Unregelmäßigkeiten angezeigt hatte, meinte nun gegenüber der BVZ: „Es steht mit hoher Wahrscheinlichkeit fest, dass er es war.“ Gemeint ist Kölly, der auf Anfrage der BVZ in die Offensive ging: „Ich würde den Herrschaften der ÖVP empfehlen, das Gutachten zu lesen, bevor solche Behauptungen in den Raum gestellt werden. Es steht kein einziger Name oder eine Person drinnen, sondern dass es wahrscheinlich von einer Person ist. Kacsits kennt das Gutachten gar nicht, er hat es gar nicht durchgelesen.“

Von der BVZ darauf angesprochen, meint wiederum Kacsits: „Es steht kein Name drinnen, das ist richtig, aber es kann davon ausgegangen werden, dass die Kreuzerl der Wahl mit den Schriftproben des Bürgermeisters, die das Gutachten untersucht hat, übereinstimmen.“

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt gibt zu weiteren Schritten kein Kommentar ab, nur so viel: Die Ermittlungen seien nicht abgeschlossen, einzelne Vernehmungen seien noch ausständig.