„Corona-Dschungel“: Jeder legt die Regeln anders aus

Von Maskenpflicht bis Kindergarten-Ausflug: Der Maßnahmen-Katalog sorgt mitunter für kuriose Fälle. Ausgehend von den Empfehlungen gilt: Strenger geht immer.

Erstellt am 23. September 2021 | 03:14
kinder schule maske symbolbild
Foto: Anna Koberska/shutterstock.com

Warum sind in anderen Bundesländern dutzende Schulklassen in Quarantäne, im Burgenland aber kaum welche? Warum müssen Kinder in manchen Schulen Masken zum Teil auch im Klassenzimmer tragen, in den meisten aber nur am Gang? Warum gibt es im Kindergarten keine Tagesausflüge, in der Volksschule aber schon? Fragen wie diese kennt jeder, der in Corona-Zeiten mit

Kinderbetreuung zu tun hat. Die Antwort ist nicht allzu schwierig: Weil die Regeln des Bundes bis zu einem gewissen Grad auch strenger ausgelegt werden können. So ist das Tragen von Mund-Nasen-Schutz

außerhalb der Unterrichtsräume stets einzuhalten, „allerdings ist es den Schulen gestattet, strengere Regelungen nach eigenem Ermessen zu etablieren“, wie auf BVZ-Anfrage seitens des Landes erklärt wird. Dies gilt etwa auch für Ausflüge von Schulen oder Kindergärten: Vonseiten des Landes sind diese unter Einhaltung der Hygienevorschriften derzeit erlaubt – nur lassen sich manche Gemeinden und Einrichtungen eben nicht darauf ein.

Und jetzt kommen die drei Stufen …

Um es noch komplizierter – aber eigentlich einfacher – zu machen: Wenn kommende Woche die Sicherheitsphase an den Schulen endet, treten nach derzeitigem Stand die drei Sicherheitsstufen in Kraft (siehe unten); sie regeln die Aktivitäten in Schule und Kindergarten anhand der jeweiligen Inzidenz. Und wieder gilt: Strenger geht immer. Das letzte Wort hat jedenfalls die Behörde.

Ohne Maske am Buffet, mit Maske in der Galerie

Wie unterschiedlich die Maßnahmen – wohlgemerkt stets im korrekten Rahmen – auch in anderen Bereichen ausgelegt werden, zeigte sich in der Vorwoche etwa im Kulturbereich: Während auf Schloss Esterházy mit strenger 3G-Kontrolle ohne Maskenpflicht zum Festival-Empfang geladen wurde, gab‘s bei einer Vernissage in der Landesgalerie trotz 3G Masken und keine Verpflegung, zwei Stockwerke darüber im Kulturzentrum lief vor der Vorstellung der Buffet-Betrieb. Alles kein Problem, wenn die 3G-Regel eingehalten wird. Zuletzt liefen dazu in der Gastronomie Schwerpunktkontrollen. Diese Kontrollen von Exekutive und Gesundheitsbehörde hätten sich längst herumgesprochen, heißt es in der Wirtschaftskammer. Daher würden die Wirte auch auf die Registrierung achten, bei Stammgästen fällt diese das eine oder andere Mal aus.

Strafen von bis zu 3.600 Euro schrecken doch ab: Bei 1.200 Kontrollen seit Anfang August wurden laut Landes-Auskunft nur 15 Strafanzeigen erstattet.