Hilfspaket für Kunst- und Kulturschaffende geschnürt. Das Land Burgenland schnürt ein Hilfspaket für Kunst- und Kulturschaffende. Mit Kulturgutscheinen, die zu 25 Prozent vom Land subventioniert werden, soll die Marktsituation für Künstler verbessert werden, teilte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Dienstag mit.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 02. Juni 2020 (13:36)
Kultur-Unterstützung. Energie-Burgenland-Vorstandsvorsitzender Michael Gerbavsits, Abteilungsleiterin Claudia Priber, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (v.l.).
Wolfgang Millendorfer

Zudem werden 40 Arbeitsstipendien in Höhe von je 2.500 Euro vergeben.

Die Kulturgutscheine sind ab 15. Juni bei der Kulturabteilung des Landes, in jeder Bezirkshauptmannschaft und in den Kulturzentren sowie über einen Onlineshop erhältlich. Sie können bis 30. April 2021 bei allen Künstlern und Kulturvereinen, die sich listen lassen, eingelöst werden. Vorerst sei ein Kofinanzierungsbetrag von 200.000 Euro vorgesehen, mit dem Investitionen in die Kultur von rund 800.000 Euro ausgelöst werden sollen, sagte Doskozil.

Es werde Gutschein-Stückelungen von 10, 20, 50 und 100 Euro geben, von denen das Land jeweils 25 Prozent finanzieren wird. Ein Gutschein von 100 Euro koste den Käufer folglich 75 Euro, so Doskozil. Die Künstler können die Gutscheine, die für ihre Produkte und Leistungen eingelöst werden, mit dem Land rückverrechnen.

Die 40 Arbeitsstipendien in Höhe von je 2.500 Euro werden für ausgewählte Projekte in den Bereichen Literatur, Bildende Kunst, Medienkunst, Musik und Film vergeben. Künstler sollen damit die Möglichkeit erhalten, weiterhin künstlerisch tätig zu sein und ein Projekt vorzubereiten oder umzusetzen, so Doskozil. Das Gesamtvolumen für die Aktion, die bis 1. September läuft, beträgt 100.000 Euro. Ein Viertel davon übernimmt die Energie Burgenland als Kultursponsoring.

Die Vergabe der Stipendien erfolgt durch eine Expertenjury. Künstler, die sich bewerben, müssen ihren Hauptwohnsitz im Burgenland haben oder dort aufgewachsen sein und ihr Erwerbseinkommen überwiegend aus ihrer künstlerischen Tätigkeit bestreiten.

Zudem werde auch in Zeiten der Coronakrise das Kulturförderbudget abgerufen. "2,2 Millionen Euro wurden bereits ausgeschüttet, 500.000 Euro sind in Bearbeitung", betonte Doskozil. Problematisch sei, dass sich viele Kulturschaffende "in keinen sozialversicherungsrechtlichen Schemen" befinden würden. "Man muss sich ein statisches, fixes Versicherungsmodell für die Kulturszene überlegen", appellierte Doskozil an die Bundesregierung.