Doskozil bringt Durchschnittsalter unter 60. Der Wechsel von Hans Niessl (67) zu Hans Peter Doskozil (beide SPÖ) verjüngt nicht nur die burgenländische Regierung, sondern auch die Landeshauptleutekonferenz deutlich: Mit dem um 19 Jahre jüngeren neuen Landeshauptmann sinkt das Durchschnittsalter von fast 65 auf etwas über 57 Jahre. Die Doyen-Rolle teilen sich künftig zwei ÖVP-Landeschefs: Hermann Schützenhöfer und Günther Platter.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 28. Februar 2019 (11:06)
APA/HANS KLAUS TECHT
Hans Peter Doskozil

Der Steirer Schützenhöfer ist mit 66 Jahren jetzt der an Lebensjahren älteste Landeshauptmann. Aber er ist viel kürzer im Amt als der 64-jährige Platter: Der Tiroler ist schon seit 2008 Landeshauptmann, Schützenhöfer erst seit 2015, als Franz Voves an den ÖVP-Landeshauptmann-Stellvertreter übergab.

Zweit-ältester nach Amtsdauer ist mittlerweile schon der Vorarlberger Markus Wallner (ÖVP) - obwohl er mit 51 Jahren der nach Doskozil zweit-jüngste in der LH-Riege ist. Bei seiner ersten Angelobung 2011 war Wallner mit 44 um vier Jahre jünger als Doskozil.

Mit dem Wechsel im Burgenland ist jetzt die Mehrheit - nämlich fünf - der neun Landeschefs noch keine 60. Dazu gehören neben Doskozil (48) und Wallner (51) auch der Oberösterreicher Thomas Stelzer (52), die Niederösterreicherin Johanna Mikl-Leitner (55) und der Wiener Michael Ludwig (57). Diese drei lösten in den letzten zwei Jahren die drei "Dinosaurier" Josef Pühringer (ÖVP), Erwin Pröll (ÖVP) und Michael Häupl (SPÖ) ab.

Pröll brachte es auf 24,5 Jahre als NÖ-Landeshauptmann, Häupl ging nach rund 23,5 Jahren als Wiener Bürgermeister und Landeshauptmann, Pühringer war etwas mehr als 22 Jahre oberösterreichischer Landeschef. Vom 20er-Jubiläum sind in der aktuellen LH-Riege alle weit entfernt: Der dienstälteste Platter ist im Juli "erst" elf Jahre im Amt, Wallner etwas über sieben, Peter Kaiser (SPÖ/Kärnten) und Wilfried Haslauer (ÖVP/Salzburg) fast sechs, Schützenhöfer im Juni vier, Stelzer und Mikl-Leitner beinahe zwei, Ludwig im Mai ein Jahr.

Die 20 Jahres-Marke nahmen insgesamt nicht viele: Nur acht der 68 (ohne "provisorische" zu Beginn) Landeshauptleute der Zweiten Republik blieben so lange im Amt. Auch von Pröll - er hält Platz 2 - nicht eingestellt wurde der Rekord der Zweiten Republik: Den hält nach wie vor der Oberösterreicher Heinrich Gleissner (ÖVP) mit 25,5 Jahren von 1945 bis 1971. Häupl verpasste mit seinen 23,6 Jahren das Stockerl knapp: Er war (mit 8.599 Tagen) um 34 Tage kürzer im Amt als der Tiroler ÖVP-Landeschef Eduard Wallner.

Aber SPÖ-intern war Häupl der längstdienende Landeshauptmann. Der heute verabschiedete Niessl blieb unter 20: Mit seiner Amtszeit vom 28. Dezember 2000 bis 28. Februar 2019 bringt er es auf 18 Jahre und zwei Monate - und das ist Rang 11 unter den Landeshauptleuten seit 1945.