LVwG: Krumböck zieht Bewerbung zurück. Nach der Aufregung um die Nachfolge des Präsidenten-Postens im Landesverwaltungsgericht legt Christina Krumböck, Büroleiterin von Landeschef Hans Niessl, zurück.

Von Wolfgang Millendorfer. Update am 09. Januar 2019 (12:41)
privat
Christina Krumböck

Die Frage der Nachbesetzung des Präsidenten-Amtes am Landesverwaltungsgericht sorgte zuletzt für heftige Diskussionen (wir hatten berichtet, siehe hier  und ganz unten). Sowohl die Opposition als auch der amtierende Präsident Manfred Grauszer kritisierten die Ausschreibung.

Als bekannt wurde, dass sich auch die Büroleiterin des Landeshauptmannes, Christina Krumböck, für den Posten beworben hatte (auch darüber hatten wir berichtet, siehe hier und ganz unten), befürchtete die Opposition „Postenschacher“. Auch bundesweit gab es Stimmen, die eine Neuausschreibung forderten.

Jetzt kam es zur überraschenden Wendung: In einer Aussendung gab Christina Krumböck bekannt, dass sie ihre Bewerbung zurückziehe (siehe weiter unten).

Die Chance, an einem fairen Entscheidungsverfahren teilzunehmen, sei ihr aufgrund „öffentlicher Diffamierungen" genommen worden, so Krumböck. Viele Menschen hätten ihr abgeraten, den Schritt in die Öffentlichkeit zu gehen, „aber aufgrund der österreichweit beispiellosen Ereignisse der letzten Monate sehe ich dazu leider keine Alternative und gebe hiermit die Rücknahme meiner Bewerbung bekannt", so ihre schriftliche Stellungnahme.

Um den Rückzug Krumböcks entbrannte nun eine weitere Polit-Diskussion. FPÖ-Landesrat Alexander Petschnig kritisierte „eine von Opposition und Mitbewerbern inszenierten regelrechte ,Hexenjagd´“,  SPÖ-Landesrätin Astrid Eisenkopf die ÖVP-Frauenpolitik: „Anstatt Frauen in Führungspositionen zu bringen, werden ihnen Steine in den Weg gelegt.“ Die ÖVP wiederum verwehrt sich gegen den Vorwurf einer „Hetzkampagne“, wie Landesgeschäftsführer Christoph Wolf betont: „Wir haben nicht eine Person diffamiert, sondern die Vorgangsweise kritisiert – so wie viele andere auch.“

Weitere Reaktionen

ÖVP-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf: „Aus unserer Sicht kommt der Rückzug zu spät. Man hätte sich viele Diskussionen ersparen können. Es sollte jetzt dennoch eine Neuausschreibung des Postens geben. Da schon im Vorhinein klar war, dass sich die Büroleiterin bewirbt, hat das vielleicht manche davon abgehalten, sich auch zu bewerben. Es geht darum, das Amt neutral zu halten. Wir bleiben auch bei der Forderung, dass es eine ,Cooling-off-Phase‘ geben sollte, wenn sich Mitarbeiter aus politischen Büros für solche Posten bewerben.“

SPÖ-Klubobfrau Ingrid Salamon: „Christina Krumböck wurde von der Volkspartei, während eines laufenden, rechtskonformen Verfahrens, die fachliche Qualifikation abgesprochen. Das hat mit kritischer Oppositionspolitik nichts mehr zu tun – da wurde eine kompetente Frau, die sich nichts zuschulden kommen lassen hat, außer sich für ein Amt zu bewerben, systematisch diskreditiert.“