Grüne wollen Klubstärke und würden gern mitregieren. Die Grünen haben am Montag in Eisenstadt ihr Spitzenquintett präsentiert, das für die Landtagswahl am 26. Jänner um Stimmen wirbt. "Unser großes Ziel ist, stärker zu werden, das dritte Mandat zu machen, damit wir auch Klubstatus zu haben", sagte Landessprecherin Regina Petrik vor Journalisten.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 05. Dezember 2019 (13:32)
Kandidaten-Selfie. Anja Haider Wallner, Landessprecherin Regina Petrik, Manuela Juric, Wolfgang Spitzmüller und Georg Tischler.
Wolfgang Millendorfer

Thematisch sei man breit aufgestellt: "Über allem steht natürlich für die Grünen das Thema Klimaschutz."

Mit dem Klubstatus habe man mehr parlamentarische Rechte. "Und wenn es dann auch dafür reicht, dass wir in Regierungsverhandlungen treten können, dann gibt das natürlich unserem Programm auch die Möglichkeit, etwas direkt umzusetzen", meinte Petrik.

Zur SPÖ gebe es in der Herangehensweise einen "großen Unterschied". Die SPÖ denke "sehr stark zentralistisch", die Grünen dächten "sehr stark in der Gestaltung vor Ort in den Gemeinden", so die Landessprecherin. Da würde man sich noch einigen müssen. "Aber ich denke mir, die Option auch inhaltlicher Art ist da durchaus vorhanden."

"Es ist eigentlich klar: Die SPÖ wird Nummer eins sein und Landeshauptmann (Hans Peter, Anm.) Doskozil wird Landeshauptmann Doskozil bleiben", meinte Petrik: "Die Sache ist eigentlich gebongt. Die Frage ist: Wen kriegt er als Koalitionspartner oder wer wird LandeshauptmannstellvertreterIn? Darüber kann man entscheiden bei der Wahl."

Ein zentraler Punkt sei für die Grünen die Verkehrspolitik des Landes. "62 Prozent des CO2-Ausstoßes werden im Burgenland durch den Verkehr verursacht." Deshalb lege man auch einen Klimaschutz-Verkehrsentwicklungsplan unter dem Motto "Schienen in die Zukunft legen" vor, erläuterte Petrik.

Tier- und Naturschutz sind Hauptthemen von LAbg. Wolfgang Spitzmüller, der auf Platz zwei kandidiert. Burgenland profitiere im Tourismus sehr stark von Naturräumen vom Neusiedler See bis in den Landessüden. "Das Problem ist nur, dass uns die Natur außerhalb der Naturschutzgebiete langsam abhandenkommt. Wir versiegeln einfach viel zu viel Boden", so Spitzmüller.

Die angehende Juristin Manuela Juric tritt am dritten Listenplatz an. Als Hauptthemen nannte sie Pflege, Frauen und Mehrsprachigkeit. Juric warb für das Modell der Community Health Nurses, die mit Stützpunkten in jeder Gemeinde eine gesundheitliche Primärversorgung auf kommunaler Ebene sicherstellen sollen. So wolle man auch dem Ärztemangel im ländlichen Bereich vorbeugen.

Barrierefreiheit ist ein zentrales Anliegen für den viertgereihten Georg Tischler. "Zu viele Cafes, Gaststätten, Geschäfte sind noch nicht barrierefrei", sagte der frühere Spitzensportler. Auch im Tourismus gebe es zu wenig barrierefreie Unterkünfte. Fünfte im Team der Grünen ist Anja Haider-Wallner, die auch als Spitzenkandidatin bei der kommenden Wirtschaftskammerwahl antritt. Sie will sich besonders des Themas "starke Ortskerne" annehmen.