ÖVP startete mit Sebastian Kurz in den Wahlkampf. Am Freitag, 3. Jänner, startete die ÖVP in Eisenstadt im "Henrici" in die heiße Phase des Landtagswahlkampfs. Prominenter Wahlhelfer: Sebastian Kurz.

Von Wolfgang Millendorfer und Markus Wagentristl. Erstellt am 03. Januar 2020 (18:51)

Es war ein außerordentlich gut besuchter „Auftakt zum Kraftakt“ – so der Übertitel des offiziellen ÖVP-Wahlkampf-Starts in Eisenstadt. Dem folgend, versprach Spitzenkandidat und Landesobmann Thomas Steiner im anfänglichen Image-Video  „anzupacken und nicht nur zu reden“. Nationalratsabgeordneter Christoph Zarits leitete danach humorvoll ein:  „Wenn 2020 so weitergeht, wie 2019 aufgehört hat, sind wir schon zufrieden.“ Die Veranstalter gaben sich bewusst amikal. Man war nicht per „Herr Magister“ oder „Frau Ministerin“, sondern per Sagi (Christian Sagartz), Rudi (Rudolf Strommer), Niki (Nikolaus Berlakovich), Karo (Karoline Edtstadler) und Elli (Elisabeth Köstinger). Die Liste der Gäste aus der Wiener Lichtenfelsgasse konnte sich sehen lassen.

Kurz: „Burgenland türkiser machen“

Nach den Wahlen 2019 komme jetzt „die Bergwertung, das Grand-Slam-Finale, die Champions League“, heizte Landesgeschäftsführer Christoph Wolf die Stimmung mit Blick auf den Wahlkampf an. „Wir starten von 26 Prozent weg", verwies er auf eine frühere BVZ-Umfrage, „die gute Stimmung bringt noch lange keine Stimmen“, so Wolf.

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Nach Auftritten der zukünftigen Ministerinnen Elisabeth Köstinger und Karoline Edtstadler – die Christian Sagatz auch offiziell als ihren Nachfolger im EU-Parlament ankündigte – sowie der Burgenland-Kandidatinnen Melanie Eckhardt und Carina Laschober-Luif trat Bundeskanzler in spe Sebastian Kurz vors Mikrofon. Er erinnerte daran, dass Thomas Steiner einer der Ersten gewesen sei, die damals die ÖVP mit ihm verändern wollten: „Das werd ich dir nie vergessen!“ Nach dem „turbulenten Jahr 2019“ gehe es nun darum, auch das Burgenland „türkiser zu machen“, so Kurz: „Wir dürfen nicht in die Falle tappen, dass wir um den Landeshauptmann diskutieren oder um den ersten Platz, es geht vielmehr darum, wer gestärkt aus dieser Wahl herausgeht. Und da sehe ich die ÖVP auf einem guten Weg.“

Steiner: „Dreier vor dem Ergebnis“

„Gemeinsam stärker werden und einen Dreier vor dem Ergebnis“, gab auch Spitzenkandidat Steiner die Richtung vor. In seiner Rede erinnerte er an ÖVP-Ideen wie den Burgenland-Bus oder erneuerte die Kritik an einer „Verstaatlichung der Pflege“. Eine Landesregierung, „in der es wieder eine bürgerliche Politik gibt“, ist das klare Ziel: „Wir haben viereinhalb Jahre Opposition hinter uns und es ist auch einiges gelungen. Die Wahrheit ist auch, dass vieles aus der Opposition heraus nicht geht und deshalb wollen wir wieder mehr Verantwortung“, so Steiner.

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Neben Themen wie Gesundheit und Pflege („Es gibt Dinge, da ist nicht die Wirtschaftlichkeit am wichtigsten, sondern die Menschlichkeit“), regionale Landwirtschaft oder Infrastruktur und Mobilität unterstrich Steiner auch seine Forderung nach „gleichwertigen Lebensverhältnissen“ in allen Regionen: „Es darf keinen Unterschied machen, ob man im Norden oder im Süden geboren ist.“ Zugleich wolle die ÖVP im Land auch für eine „neue politische Kultur“ des Miteinanders eintreten. Dass der Wahlkampf „kein Selbstläufer“ sei, wiederholte auch der Spitzenkandidat: „Wir müssen laufen!“