Gemeinderatswahlen 2022: Kleinere Listen mit großer Konkurrenz

Erstellt am 23. Juni 2022 | 05:19
Lesezeit: 3 Min
NEOS, MFG und Bürgerlisten rüsten sich für die Gemeinderatswahlen. Eine Herausforderung teilen sie alle: Die Kandidatensuche ist mitunter zäh.
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Premieren wird es bei den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen im Oktober einige geben, soviel steht schon jetzt fest: Denn für etliche kleinere Gruppierungen und Ortsparteien wird es der erste Wahl-Antritt überhaupt. Noch bis zum 5. August haben sie nun Zeit, ihre Listen zu fixieren.

Dass dies nicht immer ein leichtes Unterfangen ist, davon können sogar die „Großen“ ein Lied singen. Bei kleineren Parteien komme dazu, dass viele vor einer Kandidatur zurückschrecken, hört man sowohl von den Grünen und den NEOS, als auch von so mancher Bürgerliste und selbst von der MFG, die „das nicht mehr hinnehmen will“, wie der kürzlich zum Landessprecher gewählte Helmut Eller im BVZ-Gespräch erzählt.

Der pensionierte Apotheker aus Oberschützen wird in seinem Heimatort auch als Bürgermeister-Kandidat antreten. Insgesamt peilt man eine Kandidatur in 30 Gemeinden als realistisch an.

NEOS, MFG und LBL haben auch Lust auf Landespolitik

Bescheidener geben sich die NEOS, die zehn Gemeinden als guten Boden für ihre Ideen definiert haben. Fixiert sind die Listen in drei Gemeinden: Eisenstadt, Pinkafeld (mit Gemeinderat Eduard Posch) und Breitenbrunn, wo Landessprecher Christoph Schneider lebt. Ob er für das Bürgermeister-Amt kandidieren wird, ist noch offen.

Auf jeden Fall will er „den Menschen wieder Lust auf Gemeindepolitik machen“. Dabei geben sich die NEOS auch gesprächsbereit gegenüber den regierenden Parteien – sowohl auf kommunaler als auch auf Landesebene.

Lust auf die Landespolitik haben übrigens beide: NEOS und MFG – sie wollen 2025 fix zur Landtagswahl antreten. Ebenso wie auch die Liste Burgenland von Ex-Abgeordnetem Manfred Kölly. Der frühere Deutschkreutzer Bürgermeister macht es auf kommunaler Ebene nochmal spannend: Ob er – oder die von ihm unterstützte LBL-Kandidatin – zur Oktober-Wahl antritt, will Kölly dieser Tage bekanntgeben.

Sein ehemaliger Partner Gerhard Hutter, der jetzt auf einem SPÖ-Ticket im Landtag sitzt, tritt in Bad Sauerbrunn wieder mit seiner Liste als Ortschef an. Die SPÖ geht von einem „kollegialen Wettstreit“ in der Kurgemeinde aus.

Die Unabhängigkeit in alle Richtungen – wie auch den Unterschied zur LBL – betont das UGVF, das unabhängige Gemeindevertreter-Forum. Rund 50 Gruppierungen betreuen Obmann Wolfgang Kovacs, Koordinator Christian Schaberl und Co. Tendenz steigend, weiß Schaberl. Denn für die Wahl scharren auch neue Listen in den Startlöchern, die sich „aus taktischen Gründen“ vorerst noch bedeckt halten.