Gemeinden & Einkaufszentren: Gibt’s zu viel Licht im Burgenland?

Erstellt am 29. April 2022 | 05:44
Lesezeit: 2 Min
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Neue Lampen als Abhilfe. Grün-Abgeordneter Wolfgang Spitzmüller, Experte Stefan Wallner (v.l.). Im Hintergrund: die Lichtverschmutzung aus Wien und Bratislava.
Foto: Grüne
Lichtverschmutzung ist auch am Land möglich. Neue Lampen und strengere Maßnahmen könnten aus Naturparks einmal „Sternenparks“ machen. Die Grünen fordern eine gesetzliche Regelung.
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Einerseits ist sie ganz klar ein Problem des urbanen Raumes, andererseits strahlt die Lichtverschmutzung nicht nur von Wien und Bratislava ins Nordburgenland, sondern kann in anderen Regionen auch durchaus hausgemacht sein.

Als Beispiel nennt der grüne Umweltsprecher Wolfgang Spitzmüller etwa die Parkplätze von Einkaufszentren oder die Ortsbeleuchtung. „Ein einziger Parkplatz kann schon den Ausschlag geben“, meint Spitzmüller und hat mit den Grünen die Forderung nach einem Konzept gegen Lichtverschmutzung in den Landtag eingebracht.

Tiee & Menschen reagieren auf „schlechtes“, blaues Licht

Mögliche Probleme zeigen sich in den Naturparken, meint Astrophysiker Stefan Wallner: „Aus Satellitendaten geht hervor, dass sich das Streulicht in zehn Jahren teilweise verdoppelt hat.“ Nicht nur nachtaktive Tiere, auch Menschen reagieren auf „schlechtes“, blaues Licht.

Eine Antwort ist die Umstellung auf weißes LED-Licht. „Es ist relativ einfach, die alten Straßenlampen gegen moderne LEDs zu tauschen. Das Licht muss nach unten gerichtet sein, dort wo es ja auch benötigt wird“, so Spitzmüller. Es brauche aber auch die richtige Einstellung der Lampen und, kurzum, eine gesetzliche Regelung, meint der grüne Abgeordnete.

Die Umstellung werde in den Gemeinden auch seit Längerem bereits forciert, heißt es dazu aus dem Büro der für die Gemeinden zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf. Man sei sich des Themas Lichtverschmutzung bewusst und beobachte die Situation.

Auch seitens der Naturparke ist Lichtverschmutzung ein Thema, wenn auch noch kein drängendes. In den Gemeinden wird schon länger Bewusstseinsbildung betrieben, wie Thomas Böhm von der Arbeitsgemeinschaft Naturparke unterstreicht.

In Zukunft könnte man in einzelnen Regionen auch in Richtung „Sternenparks“ umsatteln und optimale Voraussetzungen zur Sternenbetrachtung schaffen. Dazu bräuchte es dann doch noch ein neues Maßnahmenpaket.