Landesrat Bieler geht mit "gutem Gewissen". Burgenlands Finanz- und Kulturlandesrat Helmut Bieler (SPÖ) trat am Mittwoch nach achtzehneinhalb Jahren seinen letzten Arbeitstag an.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 20. Dezember 2017 (13:12)
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Abschied. Landesrat Helmut Bieler (2.v.l.) mit den Abteilungsleitern Claudia Priber, Monika Stiglitz und Wolfgang Heckenast (v.l.).

Zum Abschluss zog der Ressortchef Bilanz: "Ich gehe mit einem guten Gewissen und auch mit einem guten Gefühl in diesen neuen Lebensabschnitt", sagte Bieler vor Journalisten.

"Natürlich ist nicht alles gelungen, das ist ganz klar. Aber die Bilanz unterm Strich ist mehr als positiv und daher kann ich zufrieden meinem Nachfolger diese Bereiche übergeben", stellte der Landesrat fest.

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Geschenk. Zum Abschied wurde Helmut Bieler mit einem Autogramm-Fußball seines Lieblingsklubs Rapid überrascht.

Dem Landtag hatte Bieler 18 Budgets mit einem Gesamtvolumen von 19,3 Milliarden Euro vorgelegt. Zu den wichtigsten Aufgaben seiner Amtszeit zählte er die Bewältigung des "Bank Burgenland-Erbes" und den Verkauf der Bank: "Wir hatten insgesamt Belastungen von rund 500 Millionen Euro, bei denen uns niemand geholfen hat - weder die Finanzmarktaufsicht, noch der Bund oder irgendjemand anderer. Das mussten wir alleine als Land Burgenland stemmen."

"Mit dem heurigen Jahr ist das Bank Burgenland-Erbe beendet", gleichzeitig habe man auch die Heta-Problematik gelöst, erläuterte Bieler. Alle Zahlungen seien geleistet - zuletzt 7,8 Millionen im Rahmen der Gewährträgerhaftung gegenüber der Pfandbriefstelle. Auch alle Haftungen gegenüber der Bank Burgenland fielen mit Jahresende weg.

Als weitere wichtige Punkte nannte er die Etablierung eines Finanzmanagements im Burgenland ab 2000, die Restrukturierung der Wohnbauförderung und den im Vorjahr begonnenen Schuldenabbau, der auch in Zukunft fortgesetzt werde. "Das heißt: Ich kann meinem Nachfolger Hans Peter Doskozil (SPÖ) wirklich stabile Finanzen übergeben", meinte Bieler.

Im Straßenbauressort seien seit 1999 1.300 Baulose umgesetzt wurden. 854 Millionen Euro wurden in Landesstraßen "L" und "B" investiert, rechnete der Landesrat. Auch Bauvorhaben wie das Lisztzentrum in Raiding, die Fachhochschule Burgenland in Eisenstadt und der Umbau des Kulturzentrums in der Landeshauptstadt lagen in Bielers Verantwortung.

Im Kunst- und Kulturbereich verwies der Landesrat etwa auf die 2000 gestarteten "Kulturperspektiven", die zehn Jahre später in der Entwicklung eines Kulturleitbildes gipfelten. Zahlreiche Kulturinitiativen und neue Festivals wie der Klangfrühling, OrgeLockenhaus sowie jOPERA und das Nova Rock seien in den vergangenen Jahren entstanden. Eine große Herausforderung hätten das Haydnjahr 2009 und das Lisztjahr 2011 bedeutet.

Wesentlich sei die Neuaufstellung der Organisation in Gestalt der Kultur-Betriebe Burgenland. Ab 2018 sollen auch die Festspiele in Mörbisch und Kobersdorf sowie die Marken Haydn und Liszt unter dem Dach einer zweiten, gemeinsamen Gesellschaft organisiert werden.

"Es gibt Wehmut, aber der Optimismus, den ich immer gehabt habe, überwiegt", blickte Bieler zurück, dessen Amtszeit formell am Donnerstag um 9.00 Uhr endet. Er habe noch einiges umzusetzen: "Es wird mir nicht fad werden", meinte Bieler, der die Vorbereitungen für das Jubiläum "100 Jahre Burgenland" übernimmt.