Der Plan für die Spitäler im Burgenland. Während Krankenhäuser bald in den Normalbetrieb zurückkehren, wird investiert – und über die Zukunft diskutiert.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 06. Mai 2021 (04:24)
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An der Standortgarantie wird nicht gerüttelt, da ist man sich einig: Spitäler wird es in Eisenstadt, Oberpullendorf, Oberwart und Güssing natürlich auch in Zukunft geben; die Versorgung rund um den See soll im Jahr 2030 von Kittsee ins geplante Krankenhaus Gols „wandern“. Die Ausrichtung und Ausstattung der Häuser steht wiederum auf einem anderen Blatt.

Genauer gesagt im regionalen Strukturplan Gesundheit, für den nun die Begutachtungsfrist abgelaufen ist und der bis 2025 spruchreif werden soll. Dass die Spezialisierung dann Veränderungen nach sich zieht, ist kein Geheimnis, sorgt aber für Diskussionen. So warnte die ÖVP wiederholt vor dem „Sparstift“: Fünf „vollwertige Standorte, nicht nur am Papier“, fordern ÖVP-Chef Christian Sagartz und Co. Der laut ÖVP geplante Abbau von 63 Betten könne sich in der Versorgung niederschlagen.

Landeshauptmann Doskozil: Investitionsoffensive und Spezialisierung der Spitäler.
zVg.

Im Gegenteil, heißt es seitens der SPÖ und Landeshauptmann Hans Peter Doskozil: „Wir setzen die größte Investitionsoffensive der Nachkriegszeit um.“ Gemeint sind nicht nur die Neubauten in Oberwart und Gols, sondern auch die bestehenden Spitäler. Das Land stecke alleine heuer 30 Millionen Euro in die Gesundheit, der Bund wolle 8,5 Millionen einsparen, rechnet Klubchef Robert Hergovich.

Der Strukturplan sieht die Standorte Eisenstadt und Oberwart als Leitspitäler vor, ebenso Schwerpunkte in den anderen Häusern. In Oberpullendorf etwa soll die Augenklinik ausgebaut, dafür jedoch die Geburtenstation nach Oberwart verlegt werden. Güssing wird zum Zentrum für Akut-Geriatrie und die plastische Chirurgie übernehmen. Investitionen gibt es auch in Kittsee; die wohnortnahe Versorgung wird an jedem Standort bestehen bleiben.

ÖVP-Kritik. Nationalratsabgeordneter Nikolaus Berlakovich, Landesparteichef Christian Sagartz, Landtagsmandatar Walter Temmel, Klubobmann Markus Ulram (v.l.).
Millendorfer

Dass aber nicht allein die Anzahl der Betten herangezogen werden kann, erklärt sich nicht zuletzt mit dem medizinischen Fortschritt, sagen Experten. Bei manchem Eingriff gehe man „heute schon nach zwei Tagen heim“, heißt es. In ihrer Stellungnahme zum Strukturplan hat auch die Ärztekammer auf die Notwendigkeit der Akutversorgung hingewiesen.

In der Pandemie zählen noch viele andere Maßstäbe. Mitte Mai aber sollen die Spitäler wieder in den Normalbetrieb zurückkehren und aufgeschobene Operationen nachholen.