Die rote Schmerzgrenze. Burgenland-SPÖ will kein „Sündenbock“ für Rendi-Wagners 75-Prozent-Schlappe sein: „Es gibt jetzt Wichtigeres.“

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 01. Juli 2021 (05:36)

Den Staatsbürgerschafts-Vorstoß der Bundes-SPÖ hat man seitens der Landespartei bislang noch immer nicht kommentiert – und das dürfte angesichts der heißen Debatte um das Thema gar nicht so leicht fallen. Dennoch hält man sich gerade nach dem Parteitags-Votum für Pamela Rendi-Wagner zurück. Zwischen den Zeilen rät man der Bundespartei und ihrer Chefin aber zur „Selbst-Reflexion“.

Nur 75 Prozent Zustimmung ist ein historisch mageres Ergebnis für die SPÖ-Vorsitzende; Rendi-Wagner will aber weitermachen. Das spricht man ihr auch im Burgenland nicht ab. „Jeder hat eine Schmerzgrenze“, meinte jedenfalls SP-Landesgeschäftsführer Roland Fürst auf die hypothetische Frage, was 75 Prozent im Land bedeuten würden. Die richtigen Schlüsse müsse die Partei ziehen, um „auf den Weg zu kommen“.

Sollte es zu Neuwahlen kommen, kann sich auch Landesvize Astrid Eisenkopf eine Mitglieder-Entscheidung über die Spitzenkandidatin oder den Spitzenkandidaten vorstellen. Auf die Frage, ob dieser auch Hans Peter Doskozil heißen könnte, winkt man im Burgenland ab.

Der Landeschef selbst will den Parteitag – ebenso bewusst, wie er sich aus den Gremien zurückgezogen habe – jetzt (noch) nicht kommentieren: „Es gibt vieles, das mich zum Nachdenken bringt“, sagt Doskozil und nimmt sich selbst von besagter Reflexion nicht aus.

Nur eines will man sich im Burgenland nicht gefallen lassen: die Andeutungen, Teil einer „konzertierten Aktion“ mit anderen Landesparteien zu sein.