Wer wird neuer Ärzte-Präsident?

Erstellt am 07. April 2022 | 04:48
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Christian Toth gewinnt die Ärztekammer-Wahl. Automatisch neuer Chef ist er damit aber noch nicht.
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Streng genommen sitzen 31 potenzielle Präsidentinnen und Präsidenten in der Vollversammlung, denn das Statut sieht vor, dass jeder Mandatar bei entsprechender Mehrheit Nummer eins werden kann.

Fix ist, dass es nach dem Pensionsantrtitt von Langzeit-Präsident Michael Lang einen neuen Ärzte-Chef geben wird. Wird es nicht Überraschungs-Wahlsieger Christian Toth, dann wäre dies eine neuerliche Überraschung.

Mit seiner Liste „Angestellte Ärzte für Veränderung“ holte er auf Anhieb elf Mandate (bei 62 Prozent in der Kurie), vor allem auf Kosten der bisherigen „Präsidenten-Liste“ der Spitalsärzte mit Vize Brigitte Steininger (siehe Grafik). Ausgeschlossen ist in der ersten Sitzung am 11. Mai nichts, das System ist knifflig. Denn für den Präsidenten-Sessel braucht es nicht nur die Mehrheit in der Vollversammlung, sondern auch ein Viertel der Stimmen aus der jeweils anderen Kurie: die angestellten und Spitalsärzte auf der einen und die niedergelassenen und Fachärzte auf der anderen Seite. Sie wählen in der Vollversammlung zudem ihre Obleute.

Bis dahin wird verhandelt. Hört man sich bei den Listen-Chefs um, ist die Stimmung nach außen hin kollegial. Die Themen sind mit (Corona-)Belastung, Gehaltsfragen oder dem Ruf nach attraktiverer Ärzte-Ausbildung auch ähnlich gelagert. Die Wahlbeteiligung war mit 51,8 Prozent (bei 1.319 Wahlberechtigten) dennoch ebenso niedrig wie 2017. Ebenso mehr erwartet hätten sich mit ihren jeweiligen Listen Brigitte Steininger und Johann Gschwandtner; zufrieden ist Michael Schriefl, der als Kurien-Obmann der niedergelassenen Ärzte weitermacht und Vize bleiben dürfte; als Präsident ist er nicht angetreten.

Bemerkenswert ist zudem, dass elf Prozent in der niedergelassenen Kurie die „Corona-Impfgegner“ MFG gewählt haben. Listenführer Rudolf Golubich klärt im BVZ-Gespräch zwar auf, er sei selbst geimpft und „nur für die freie Entscheidung“, umstritten sind die Positionen aber allemal.

Und nicht zuletzt wäre da auch noch die Politik – und selbst wenn es in der Kammer keine „klassische Farbenlehre“ in dem Sinn gibt, geht es laut Wahlsieger Toth nach der Konstituierung vor allem auch um eines: den richtigen Draht zur Politik wiederzufinden.