See-GmbH gegen Schlamm-Massen

Land gründet ein neues Unternehmen. Im Visier: Schilf und Schlamm.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 05:38
Lesezeit: 1 Min
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Baggerschiff im Einsatz. In zehn Jahren soll eine Million Kubikmeter Schlamm aus dem Neusiedler See geholt werden, kündigt Landesrat Dorner an.
Foto: Böhm-Ritter

„Groß denken“, lautet die Devise, wenn es um den Wasserstand des Neusiedler Sees geht. Waren bislang die Gemeinden für das Abpumpen des – im See massiv vorhandenen – Schlammes verantwortlich, so soll eine eigene See-Management GmbH in Zukunft für „gesamtheitliche Lösungen“ sorgen, kündigt der zuständige Landesrat Heinrich Dorner an.

Schlamm-Entferungn und Schilfgürtel-Bewirtschaftung

Neben der Bewirtschaftung des Schilfgürtels zielt das neue Unternehmen eben vor allem auf die Schlamm-Entfernung ab, die schon in der Vergangenheit für Diskussionen sorgte. Geht es um Einzelheiten, wird seitens des Landes derzeit noch auf laufende Gespräche mit den Gemeinden verwiesen. Hinter den Kulissen ist zu hören, dass die Pläne grundsätzlich gut ankommen, die Details aber noch Diskussionsstoff bergen.

Denn die Orte rund um den See sollen künftig auch Beiträge leisten. Offen ist, ob diese nach Strandzugang, Wasser- oder Schilf-Fläche berechnet werden. Letztere Variante etwa würde Donnerskirchen finanziell am stärksten treffen – obwohl man gar keinen Strand hat. Eine „burgenländische Lösung“ will der Ruster Bürgermeister Gerold Stagl, wenn es um die Kosten geht. Weidens Ortschef Wilhelm Schwartz fragt, warum das Land am See in Eigenregie übernehmen wolle. Und Podersdorfs Bürgermeisterin Michaela Wohlfahrt sieht nur einen ersten Schritt für die Regulierung des – derzeit wieder niedrigen – Wasserstandes. Künftig sei eine Wasserzuleitung unabkömmlich.

Darauf hat sich das Land auch trotz kritischer Stimmen schon festgelegt. Wie Christian Sailer, Leiter der See-Taskforce festhält, warte man noch auf den Leitungsbau in Ungarn.