Kurt Kuchs Erbe: Don´t Smoke!. Am 1. Oktober startet die Eintragungswoche für das Volksbegehren. Dabei möchte man die Unterschriftenanzahl noch verdoppeln. Die BVZ sprach mit Initiatorin Daniela Jahn-Kuch, Schwester des an Lungenkrebs verstorbenen Journalisten Kurt Kuch.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 26. September 2018 (07:19)
Bemüht um das Erbe ihres Bruders. Daniela Jahn-Kuch mit ihrem Bruder, den 2015 an Lungenkrebs verstorbenen Journalisten Kurt Kuch.
zVg

Daniela Jahn-Kuch kämpft weiter für den Nichtraucherschutz.
zVg

Sie ist Oberärztin an der Uniklinik Graz, hat ihren Bruder bei seinem Kampf gegen den Lungenkrebs begleitet und ist eine der vier Hauptinitiatoren, die das Ziel haben, das Nichtraucherschutz-Volksbegehren „Don´t smoke“ zu stemmen, sprich: Wirklichkeit werden zu lassen.

Daniela Jahn-Kuch führt das Erbe ihres Bruders, dem Journalisten Kurt Kuch, nach dessen Tod im Jahr 2015 weiter. Gemeinsam mit der Wiener Ärztekammer und der Österreichischen Krebshilfe setzt die gebürtige Oberwarterin alles daran, das von der Regierung gekippte absolute Rauchverbot in der Gastronomie doch noch durchzusetzen.

591.000 Menschen haben bis dato eine Unterstützungserklärung abgegeben. „Diese Stimmen zählen bereits fix für das Volksbegehren“, informiert Daniela Jahn-Kuch. 900.000 Unterschriften bräuchte es laut einer Aussage von Vizekanzler Strache, damit die Regierung eine verbindliche Volksabstimmung durchführt. Warum die Oberärztin fest daran glaubt, dass die fehlenden 310.000 Stimmen bis zum Ende der Eintragungswoche (1.-8. Oktober) zu schaffen sind, und wie ausschlaggebend gerade die junge Generation für eine Gesetzesnovelle zum Schutze der Nichtraucher ist, erklärt sie der BVZ im Gespräch.

BVZ: Mit der Gründung der Initiative „Don´t Smoke“ hat ihr Bruder Kurt Kuch bis zum Schluss für einen stärkeren Schutz der Nichtraucher gekämpft. Wo sehen sie sein Erbe heute?
Jahn-Kuch: Ich sah es gefährdet. Gefährdet durch die aktuelle Regierung, welche die im Jahr 2015 beschlossene Novelle zum Nichtraucherschutzgesetz vor ihrem Inkrafttreten gekippt hat. Aber jetzt blicke ich optimistisch auf das Volksbegehren und bin mir sicher, dass wir die nötigen Unterschriften bis zum 8. Oktober noch schaffen und somit eine Volksabstimmung, die von der Regierung in den Raum gestellt wurde, erzwingen. Der Tod meines Bruders war ausschlaggebend für ein Umdenken in den Köpfen vieler Menschen. Dass die Gesetzesnovelle eigentlich mit 1. Mai 2018 kommen sollte, war auch sein Verdienst. Kurt hat bis zum Schluss lautstark mit Hilfe der Medien dafür gekämpft.

Knapp 300.000 Stimmen fehlen noch. Eine doch nicht unbeachtliche Zahl.
Wir haben jetzt schon mit knapp 600 000 Stimmen weit mehr als die 100 000, die nötig wären, damit das Volksbegehren im Parlament behandelt wird. Die 900 000 Unterschriften sind eine Vorgabe des Regierungsübereinkommens von Schwarz/Blau und kein Gesetz! Wenn jeder, der bereits unterschrieben hat, noch eine Person davon überzeugen kann, ebenfalls seine Unterschrift abzugeben, erreichen wir diese Stimmenanzahl aber mehr als problemlos!. Laut einer aktuellen Umfrage der Wiener Ärztekammer haben 32% der noch nicht deklarierten Bürger vor, das Volksbegehren in der Eintragungswoche zu unterschreiben. Ich bin also sehr zuversichtlich, dass die verbindliche Volksabstimmung kommt.

Ihr Bruder war Österreichs prominentestes Opfer der Nikotinsucht. Wie schätzen Sie das Bewusstsein der Österreicher zum Thema Rauchen heute drei Jahre nach seinem Tod ein?
Ich bemerke eine ganz starke Bewusstseinsbildung. Zu Beginn der Initiative, als Kurt noch am Leben war haben bereits 40.000 Menschen für eine Novellierung des Nichtraucherschutzgesetzes unterschrieben. Jetzt sind es knapp 600.000 Unterschriften. Das sind aber nur Zahlen. Was ich aufgrund meiner Erfahrungen bei Vorträgen an Schulen ganz klar sagen kann ist, dass vor allem junge Menschen ein viel höheres Wissen zum Rauchen und dessen Folgen haben, als wir in unserer Jugendzeit. Damals war rauchen cool, heute nicht mehr. Der Coolnessfaktor verschwindet Gott sei Dank immer mehr. Immer weniger junge Menschen rauchen.

Und die Gastronomie nimmt die Schlüsselrolle ein?
Auf jeden Fall! Wie schädlich und gefährlich Passivrauch ist, weiß man. Wenn Rauchen in Lokalen nicht mehr akzeptiert wird, wird generell weniger geraucht. Vor die Tür, nach draußen gehen zu müssen, hält viele davon ab, überhaupt eine Zigarette rauchen zu gehen. Zahlreiche Studien aus diversen Ländern belegen das. Ein Rauch-Stopp in unseren Lokalen würde die gesellschaftliche Norm verändern - und das verändert am Ende alles. 

Alle Infos zur Unterzeichnung des Volksbegehrens finden Sie unter:
https://dontsmoke.at/