Hans Peter Doskozil am landespolitischen Olymp. Polizist, Jurist, Büroleiter von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), Landespolizeichef, Verteidigungsminister - der Karrierepfad von Hans Peter Doskozil (SPÖ) verlief bisher nahtlos und führte stetig nach oben. Mit der Wahl zum Landeshauptmann des Burgenlandes langt der 48-Jährige quasi am Olymp der Landespolitik an - zukünftige weitere Höhenflüge auf Bundesebene nicht gänzlich ausgeschlossen.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 28. Februar 2019 (07:00)
Millendorfer, BVZ

Als Nachfolger von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), der 18 Jahre amtierte, findet Doskozil große Fußstapfen vor. Doch der Vielarbeiter, der die Landespolitik bereits aus der Perspektive des LH-Büroleiters kennt und seine Krisenfestigkeit als Landespolizeichef unter Beweis stellte, bevor ihn 2016 der Ruf ins Verteidigungsministerium ereilte, hat sich längst in der Landesregierung eingelebt und pflegt auch seinen eigenen Stil. Beim Eintritt ins Regierungsteam von Niessl als dessen Wunschnachfolger hängte er sich gleich landespolitisch "große Brocken" um wie den Spitalneubau in Oberwart, die KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H.) oder die Neustrukturierung des Kulturbetriebes des Landes.

Mit der Entschärfung des seit Jahren an mehreren Schauplätzen ausgetragenen Konflikts zwischen dem Land Burgenland und den Esterhazy Betrieben konnte Doskozil als Landesrat erste Pluspunkte sammeln. Als Pragmatiker suchte er das Gespräch, Resultat war eine Generalvereinbarung, die in zwei Vergleiche mündete. Das Land muss dabei zwar 7,6 Millionen Euro locker machen, jedoch war alleine der Streitwert im Zivilprozess rund um den baulichen Zustand des Schlosses Esterhazy zuletzt mit geschätzten 18 Millionen Euro beziffert worden. Durch die Beilegung des Konflikts kommt auch die Oper im Steinbruch St. Margarethen als wichtiger Beitrag zum Sommertourismus wieder in Gang.

Obwohl nicht mehr in der Bundesregierung, macht Doskozil auch weiterhin bei bundespolitischen Themen von sich reden. Mit Äußerungen zu Themen wie Migration, gegen "grün-linke Fundi-Politik" und zuletzt zur Sicherungshaft lieferte der Burgenländer Diskussions- bzw. oft Konfliktstoff auch in der eigenen Partei. Auch mit seiner Unterstützung für die von Niessl nach der Abschaffung des Proporzsystems 2015 eingegangene rot-blaue Koalition im Burgenland, die er ab Donnerstag anführt, eckte er bei Teilen der Bundespartei an.

Als Landesrat bereits mit einem Büro im Landhaus vertreten, wechselt Doskozil nun in die Räumlichkeiten des Landeschefs. Beim Umzug fix dabei sind eine Fahne des Fußballklubs Rapid und ein Fußball mit den Unterschriften der Spieler, ist "Dosko" doch seit frühen Tagen Rapid-Fan - im Unterschied zu Niessl, der für die Wiener Austria die Daumen drückt.

Zur Person: Hans Peter Doskozil, geboren am 21. Juni 1970 im steirischen Vorau, studierter Jurist (Mag. iur.) Zunächst Polizist in Wien, später im Innenministerium und in der Sicherheitsdirektion Burgenland tätig. 2008 bis 2012 im Büro von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), danach Landespolizeidirektor im Burgenland. Ab Jänner 2016 Verteidigungs- und Sportminister, seit Dezember 2017 burgenländischer Landesrat für Finanzen.