Aufsperren mit Sicherheitsnetz im Burgenland. Die Vorbereitungen laufen, Fragezeichen bleiben. Auch die Bevölkerung stellt sich auf neue Pflichten im Alltag ein.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 06. Mai 2021 (04:58)
Gastronomie. Pendeln zwischen Vorfreude und neuen Herausforderungen.
Lexi

Die Regeln sind abgesteckt, die Erwartungen groß. Im Detail versteckt sich aber noch so manches Fragezeichen. Und nicht nur die Veranstalter, auch die Gastronomen hoffen auf weitere Lockerungen, etwa im Hinblick auf die Sperrstunde. Was gilt es nun ab 19. Mai im neuen Corona-Alltag zu beachten?

Der „schnelle Kaffee“ braucht Planung: Wer zum Essen ausgeht oder sich nur schnell ein Getränk im Lokal oder Gastgarten holen will, muss künftig einen gültigen Test mit sich führen (siehe Grafik links). Noch offen ist, wie die „digitale Lösung“ für Selbsttests funktionieren soll, hier soll man seine Bestätigung per „Videobeweis“ für einen negativen Covid-Test bekommen.

Gesundheitsministerium Grafik: Bischof/Hammerl

Für die Kontrolle und Einhaltung der Testpflicht haben die Gastronomen und Veranstalter selbst zu sorgen. Aber: Bei Verstößen wird auch der Gast gestraft. 90 Euro etwa „kostet“ die Missachtung der Abstandsregeln oder der Maskenpflicht.

Feiern ist nicht so einfach: Der Besuch „beim Wirten“ ist im Vergleich zu Feierlichkeiten vergleichsweise klar geregelt. Komplizierter wird es nämlich beispielsweise bei Hochzeiten: Bei der Trauung selbst sind maximal 50 Gäste erlaubt, dazu gilt Maskenpflicht und Sicherheitsabstand für Personen, die nicht im selben Haushalt leben sowie das Verbot von Speisen und Getränken.

Wie kann nun im Anschluss an das Jawort gefeiert werden? Auf größere Festivitäten in der Gastronomie heißt es generell noch etwas warten, weiß Franz Perner, Geschäftsführer der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Burgenland: „Ankündigungen zufolge sollen diese erst ab 1. Juli möglich sein – sofern natürlich die Infektionszahlen nicht wieder steigen. Wir warten derzeit auf die entsprechende Verordnung. Es geht schließlich um Planbarkeit für alle betroffenen Seiten.“

Schule nur mit negativem Test: Wenn der Präsenzunterricht mit 17. Mai wieder voll anläuft, dürfen dann Kinder, deren Eltern keine Testung zulassen, weiter im Distance Learning verbleiben? Man habe noch keinen Erlass für den Schulbetrieb, heißt es seitens der Bildungsdirektion Burgenland, aber: „Ungetestete Schüler dürfen nicht an die Schule.“ Im Schnitt sei in den vergangenen Wochen „ein Kind pro Schule“ wegen Testverweigerung zuhause geblieben.

Eine Leistungsbeurteilung erfolgt in diesen Fällen auf digitalem Wege – etwa über Arbeitsaufträge oder Prüfungen. Bei zu wenig Beurteilungsgrundlagen wird eine Feststellungsprüfung angeordnet. Wird diese nicht absolviert, gibt es zwar ein Zeugnis, nur steht in dem Fach dann ein „Nicht beurteilt“ und es muss eine Nachtragsprüfung absolviert werden.

Gastronomie. Pendeln zwischen Vorfreude und neuen Herausforderungen.
Hahofer, Hahofer

In den Kindergärten sind nach wie vor keine verpflichtenden Tests vorgesehen – ein Vergleich mit den Schulen sei auch „nicht zielführend“, heißt es aus der zuständigen Abteilung im Land. Im Schulbereich bestehe die Möglichkeit, per Homeschooling am Unterricht teilzunehmen und Lerninhalte zu vermitteln – im elementarpädagogischen Bereich könne die Betreuung im Kindergarten „nicht entsprechend adäquat“ ersetzt werden. Seitens des Landes wird aber darauf verwiesen, dass die kostenlosen Lollipop-Tests sehr gut angenommen werden – vergangene Woche etwa wurden 27.700 Stück verteilt.

Testen, testen, testen. Das gehört nach wie vor auch zum Schul-Alltag.
Shutterstock/DesignRage

Sicherer Kultursommer – Herausforderung für Veranstalter: Der Steinbruch in St. Margarethen wird diesen Sommer auf jeden Fall bespielt. Erst sind die Passionsspiele dran, die heuer ihren 95. Geburtstag feiern, dann die Oper im Steinbruch. Esterhazy-Kulturdirektor Karl Wessely und der Künstlerische Operndirektor Daniel Serafin präsentierten am Dienstag ein künstlerisches sowie ein Sicherheitskonzept.

Kalkuliert werde mit der erlaubten 50-prozentigen Auslastung, gehofft wird freilich auf mehr. Solche Details sorgen auch bei den Kulturbetrieben Burgenland noch für Fragezeichen – „aber es steht fest, dass wir die heurige Saison ermöglichen wollen“, sagt Geschäftsführerin Barbara Weißeisen-Halwax. Gemeinsam mit Generalintendant Alfons Haider und den Teams in Mörbisch, Kobersdorf, Raiding und bei „jOPERA“ wird bereits an den Konzepten gefeilt. Dasselbe gilt für viele weitere Veranstalter, die sich auf den Festivalsommer vorbereiten, ebenso wie auf große Events, die heuer in adaptierter Form stattfinden sollen.