97,4 Prozent für Thomas Steiner. Wiederwahl als Landesobmann: Von 228 anwesenden Delegierten stimmten 97,4 Prozent für Thomas Steiner. Beim Parteitag in Parndorf schwor man sich mit Sebastian Kurz auf die Landtagswahl ein.

Von Wolfgang Millendorfer. Update am 19. Oktober 2019 (12:30)

Update 12:28

Beim Parteitag der ÖVP Burgenland in Parndorf ist am Samstag Thomas Steiner als Landesparteiobmann bestätigt worden. Steiner erhielt 97,4 Prozent der Stimmen. Auch seine Stellvertreter erreichten hohe Zustimmung.

Als stellvertretende Parteiobleute gewählt wurden Melanie Eckhardt, Angelika Mileder, Carina Laschober-Luif, Markus Ulram und Daniel Ziniel. Für die Landtagswahl wurden 75 Kandidatinnen und Kandidaten auf den Bezirkslisten – im Alter von 21 bis 71 Jahren – präsentiert.

97,4 Prozent für Steiner

"Natürlich nehme ich diese Wahl an", betonte Steiner. Er bedankte sich bei den Delegierten für das "riesige Vertrauen", sowohl für ihn selbst als auch für seine Stellvertreter. "Wir werden alles dafür tun, um das Vertrauen zu rechtfertigen", sagte er. "Ich hoffe, dass wir das schon am 26. Jänner präsentieren können", verwies Steiner auf die kommende Landtagswahl.

"Nicht reden, sondern tun, das ist die Verantwortung, die ich meine."

"Wir haben alles, um unsere Mitbewerber mehr als nur zu fordern", stellte Landesparteichef Steiner fest. Er sei zuversichtlich, eine Regierungsbeteiligung erreichen zu können: "Nicht reden, sondern tun, das ist die Verantwortung, die ich meine." Als zentrales Thema hob Steiner die Mobilität hervor. "Unser Ziel ist eine echte Mobilitätswende", betonte er und machte sich erneut stark für den Burgenland-Bus, ein Netz aus Regionalbussen, welches das ganze Burgenland abdecken soll.

Als Leitantrag beschloss der Parteitag ohne Gegenstimme den seit dem Vorjahr erarbeiteten "Plan für das Burgenland", der 49 Ideen umfasst. Mit ihm habe man bereits eine konkrete Leitlinie für den Wahlkampf, so Steiner. Der ÖVP-Obmann, der bei der Landtagswahl als Spitzenkandidat antritt, stellte auch das "Team Burgenland" vor: Die Volkspartei habe "vielfältige Kandidaten für die Landtagswahl, so vielfältig wie unsere Partei". Damit seien alle Voraussetzungen dafür geschaffen, um bei der Burgenland-Wahl stärker zu werden.

Von den anderen Parteien unterscheide sich die ÖVP vor allem durch ihre Werte. "Gerade die christliche Tradition, auf der wir aufbauen, die unsere Gesellschaft zusammenhält, ist wichtig. Das lassen wir uns von niemandem nehmen", betonte Steiner. Er machte sich außerdem für die Gemeinden stark. "Das Land soll nicht in die Gemeinden hineinregieren, sondern sie unterstützen", sagte er.

"Gerade die christliche Tradition, auf der wir aufbauen, die unsere Gesellschaft zusammenhält, ist wichtig."

Die Landespartei werde nun alles tun, "um einen guten, fairen und erfolgreichen Wahlkampf" zu führen, betonte Steiner. Entschieden werde die Wahl aber auch von den Funktionären in den Gemeinden, bat er die Delegierten um ihre Hilfe im Wahlkampf.

Er sei "mit besonders großer Vorfreude" nach Parndorf gekommen, dankte ÖVP-Chef Kurz den Delegierten für ihren "unglaublichen Einsatz" sowie für den Rückhalt in besseren und schlechteren Zeiten. "Burgenland ist ein Kernland der Volkspartei", stellte er fest. Vom Abschneiden der ÖVP Burgenland bei der Nationalratswahl sei er "wirklich beeindruckt", meinte Kurz. "Der Rückenwind passt, die Stimmung ist eine gute, aber die nächsten 99 Tage müssen wir trotzdem ordentlich Gas geben."

Update 11:00

Bei seiner ersten Wahl zum Landesparteichef im November 2015 hatte Steiner 97,6 Prozent der Stimmen erhalten.


221 von 258 eingeladenen Delegierten sind beim Landesparteitag in Parndorf stimmberechtigt, wenn Thomas Steiner als Landesparteiobmann wiedergewählt wird. Im Mittelpunkt stehen außerdem personelle und inhaltliche Weichenstellungen in Richtung Landtagswahl im Jänner und darüber hinaus. So werden etwa die Landesliste für die Burgenland-Wahl präsentiert und Beschlüsse zu den Parteistatuten gefasst.

Landesgeschäftsführer Christoph Wolf stimmte die Funktionärinnen und Funktionäre vorab auf die Landtagswahl ein: Aus der Opposition heraus zur Wahl anzutreten, sei die größte Herausforderung, die die ÖVP-Burgenland je hatte: „Wir haben Oppositionsarbeit gelernt, aber wir können Regierungsarbeit viel besser“, gab Wolf die Richtung vor.

In seiner Rede betonte Thomas Steiner die Werte der Volksaprtei: „Wir brauchen diese bürgerliche Politik wieder in der Landesregierung. Und das ist mein Ziel, dass wir wieder in die Landesregierung kommen. Und ich bitte euch, macht das auch zu eurem Ziel“, rief er auf. Themen wie Mobilität und „gleichwertige Lebensverhältnisse für alle“ stehen im Mittelpunkt.

ÖVP-Bundesparteiobmann Sebastian Kurz zeigte sich in seiner Rede beeindruckt vom Ergebnis der Nationalratswahl im Burgenland: „Diesen Abstand zur Sozialdemokratie hätte ich mir nie träumen lassen.“ Er werde alles tun, so Kurz, um Steiner auch im Wahlkampf zu unterstützen: „Ich bin fest davon überzeugt, dass das eine große Chance ist. Und ich bin fest davon überzeugt, dass es dem Burgenland gut tun würde, die ÖVP in der Regierung zu haben.“