Burgenland will PV-Anlagen auf Freiflächen beschränken. Im Burgenland soll die Errichtung von Photovoltaikanlagen in der Freifläche ab einer Größe von 100 Quadratmetern auf Flächen, über die das Land selbst oder eine 100-prozentige Tochtergesellschaft verfügt, beschränkt werden. Das sieht die Novelle des Raumplanungsgesetzes, die sich derzeit in Begutachtung befindet, vor.

Von APA / BVZ.at. Update am 02. Oktober 2020 (12:38)
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Damit würden private Anlagenbetreiber ausgeschlossen, kritisierte der Bundesverband Photovoltaic Austria, wie am Freitag auch der "Kurier" berichtete.

Neben den privaten Betreibern sei aber etwa auch die Energie Burgenland, die sich im Teilbesitz des Landes befinde, ausgeschlossen, betonte Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von Photovoltaic Austria. Effiziente Photovoltaik-Standorte blieben dadurch ungenützt, Wettbewerb werde verhindert, Vorarbeiten würden wertlos und der Photovoltaik-Ausbau gedrosselt, sagte er.

Freiflächenanlagen mit einer Größe von 100 Quadratmetern hätten eine Leistung von rund 14 Kilowatt. Das sei relativ wenig, hieß es von Photovoltaic Austria auf APA-Anfrage. Eine derartige Leistung könne etwa auch von größeren Anlagen auf Dächern von Unternehmen erzielt werden.

"Wir kritisieren den vorgelegten Entwurf und die damit einhergehende Bevorzugung des Landes beim PV-Ausbau im Burgenland auf das Schärfste. Wichtige Treiber gänzlich von der Energiewende auszuschließen, können wir uns bei den großen Herausforderungen schlicht nicht leisten", meinte Paierl. Das Gesetz bedeute eine Rückkehr "in uralte Strom-Monopolzeiten". Die Photovoltaik-Offensive des Landes, die eine Verzehnfachung der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen vorsehe, werde dadurch torpediert.

Zudem werde auch der Kampf gegen die Klimakrise konterkariert. "Sich selbst 'Land der Sonne' zu nennen und dann nicht diesem Credo nach zu handeln, verwundert uns sehr", betonte Paierl. Das Gesetz sehe zudem eine jährliche Landesabgabe für die Nutzung der Freifläche vor, was eine zusätzliche Hürde darstelle. Dass die Pachtentgelte für die Nutzung der Fläche durch das Land per Verordnung festgelegt würden, führe dazu, dass den Grundeigentümern die Wahl des Photovoltaik-Partners und die Entscheidung über die wirtschaftlichen Bedingungen einer Verpachtung entzogen werde.

Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) hatte dahingehend betont, dass größere Freiflächenanlagen nur auf Landes-Flächen errichtet und nicht privaten Betreibern überlassen werden sollen, "um etwaige negative Auswirkungen auf Natur und Landschaft möglichst gering zu halten". Es würden deshalb auch spezielle Eignungszonen ausgewiesen.

Land Burgenland verteidigt geplante Beschränkung bei PV-Anlagen

Dorner (SPÖ) hat am Freitag die Beschränkung der Errichtung von Photovoltaikanlagen in der Freifläche auf Flächen, über die das Land oder eine 100-Prozent-Tochtergesellschaft verfügt, gegen die Kritik des Bundesverbandes Photovoltaic Austria verteidigt. Um "mit wichtigen Ressourcen wie Landschaft und Natur schonend umzugehen", solle der Ausbau von Photovoltaikanlagen in erster Linie auf Dächern erfolgen.

Ein Fokus auf Dachflächen sei sinnvoll, weil es dadurch zu keinem zusätzlichen Flächenverbrauch komme. "Größere Freiflächenanlagen sollen - wie bei der Windkraft - nur in speziellen Eignungszonen möglich sein", betonte Dorner. Dass die Umsetzung von Freiflächenanlagen dem Land und seinen 100-prozentigen Tochtergesellschaften vorbehalten werde, sei der "sparsamste und effizienteste Weg" zur Erreichung der Energieziele.

"So wird sichergestellt, dass insbesondere raumplanungsfachliche und naturschutzfachliche Überlegungen entscheidend sind und nicht aus wirtschaftlichen Interessen von Privatunternehmen - über das notwendige Maß hinausgehend - wertvolle Flächen verloren gehen", sagte Dorner.

Die Kritik des Vorstandsvorsitzenden von Photovoltaic Austria, Herbert Paierl, weise er daher als "unsachlich und teilweise untergriffig" zurück. "Wir machen Politik nicht für Lobbyisten, sondern wir machen Politik für die burgenländische Bevölkerung", betonte der Landesrat.