Jagdgesetz-Novelle und Bio-Gesellschaft. Die erste weibliche Landeshauptmann-Stellvertreterin des Burgenlandes, Astrid Eisenkopf (SPÖ), hat am Freitag ihre Schwerpunkte für die Legislaturperiode vorgestellt. Unter anderem sind eine Jagdgesetz-Novelle und eine Biovermarktungsgesellschaft geplant. Noch vor dem Sommer soll ein Verbot des Aussetzens von Wildtieren beschlossen werden. Schwerpunkte liegen auch auf Frauenpolitik und Gemeinden.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 28. Februar 2020 (11:21)
Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf
Wolfgang Millendorfer

"Wir wollen Jagdpraktiken wie der Entenjagd, die jedes Jahr für Schlagzeilen sorgt, ein Ende bereiten", betonte Eisenkopf. Lediglich bei bestandsschützenden Maßnahmen sollen künftig noch Wildtiere ausgesetzt werden dürfen. Das Aussetzen von Enten mit dem Ziel, diese später zu jagen, werde unterbunden. Das Verbot werde schon im Frühjahr beschlossen, rechtzeitig vor der Jagdsaison im Sommer. Danach soll bis Ende des Jahres über die Modernisierung des Jagdgesetzes im Allgemeinen diskutiert werden.

Ebenfalls bis Ende des Jahres soll ein praxistaugliches Konzept für eine Biovermarktungsgesellschaft präsentiert werden. Diese soll den Biolandwirten den Zwischenhandel ersparen, sie in der Logistik unterstützen und faire Preise bieten. Außerdem soll in allen Bezirken zumindest ein 24-Stunden-Shop für die Produkte entstehen, ein erster jedenfalls bis Jahresende.

Im neuen Landesvize-Büro. Astrid Eisenkopf (r.) mit Büroleiter Patrick Babos und Pressesprecherin Nicole Pauer.
Wolfgang Millendorfer

Im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes soll die Stromproduktion durch Sonnenenergie verzehnfacht werden, außerdem sind ein "Masterplan Neusiedler See" sowie ein darin enthaltener Managementplan für die Weiterentwicklung des Nationalparks Neusiedler See geplant. Für die Gemeinden wird 2021 ein Kompetenzzentrum errichtet, das diese bei großen Investitionsprojekten unterstützen soll, so Eisenkopf.

Ein Schwerpunkt werde auch auf der Frauenpolitik liegen, betonte die Landeshauptmann-Stellvertreterin. Es sollen entsprechende Kinderbetreuungsmöglichkeiten geschaffen werden, die Gewaltschutzeinrichtungen ausgebaut und finanziell "auf sichere Beine gestellt werden". Auch den Frauenberatungsstellen will man "von Landesseite noch besser unter die Arme greifen", meinte Eisenkopf. Außerdem werde es einen Schwerpunkt Gewaltprävention geben.